EU-Wahl - Die Lage in den 28 EU-Staaten

Berlin (APA/dpa) - 28 Länder, 28 unterschiedliche Wahlsysteme, 751 Abgeordnetenplätze im Europaparlament und rund 400 Millionen Wahlberechti...

Berlin (APA/dpa) - 28 Länder, 28 unterschiedliche Wahlsysteme, 751 Abgeordnetenplätze im Europaparlament und rund 400 Millionen Wahlberechtigte: Bei den Europawahlen ist es nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. 21 Länder wählten allein am Sonntag. Ein Überblick über die Länder, aus denen es vor Schließung der letzten Wahllokale um 23.00 Uhr in Italien Prognosen und Hochrechnungen gab - oder geben sollte:

BELGIEN (21 Sitze): Noch offen.

BULGARIEN (17): Noch offen.

DÄNEMARK (13): Noch offen.

DEUTSCHLAND (96): Die Wahlbeteiligung in Deutschland könnte 2014 höher sein als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr gaben am Sonntag laut Bundeswahlleiter 25,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2009 waren es zu diesem Zeitpunkt 20,2 Prozent. Am Ende betrug die Wahlbeteiligung 43,3 Prozent. Alles Weitere noch offen.

ESTLAND (6): Noch offen.

FINNLAND (13): Noch offen.

FRANKREICH (74): Die Beteiligung in Frankreich ist bis zum Nachmittag im Vergleich zu 2009 leicht gestiegen. Laut Innenministerium gaben bis 17.00 Uhr 35,1 Prozent der Wähler ihre Stimme ab - 2009 waren es zum selben Zeitpunkt 33,2 Prozent. Präsident François Hollande muss mit schmerzhaften Verlusten rechnen, die rechtsextreme Front National könnte nach einem Anti-Europa-Wahlkampf stärkste Partei werden.

GRIECHENLAND (21): Noch offen.

GROSSBRITANNIEN (73): Zwar sind jegliche Vorausveröffentlichungen von Wählerbefragungen bei Europawahlen in Großbritannien verboten - ein Trend war aber schon absehbar: Mit Blick auf die parallelen Kommunalwahlen scheint die rechtspopulistische und EU-kritische UKIP deutlich dazugewonnen zu haben. Herbe Verluste erlitten demnach unter anderem die Konservativen von Premierminister David Cameron.

IRLAND (11): Die irischen Wähler bestrafen ihre Regierung. Die konservative Fine-Gael-Partei von Premier Enda Kenny kam Prognosen zufolge nur auf 22 Prozent, die mitregierenden Sozialdemokraten (Labour) erzielen nur sechs Prozent der Stimmen. Unabhängige Bewerber profitieren, auch die linksgerichtete Sinn-Fein-Partei um Ex-IRA-Mann Gerry Adams legt zu.

ITALIEN (73): Noch offen.

KROATIEN (11): Noch offen.

LETTLAND (8): Laut einer ersten vorläufigen Prognose gewinnt der EU-freundliche Einheitsblock von Regierungschefin Laimdota Straujuma in Lettland klar. Das vor den Wahlen favorisierte oppositionelle Harmoniezentrum käme demnach auf Platz zwei, vor den beiden anderen Mitte-Rechts-Regierungsparteien. Europakritik ist in Lettland kaum zu sehen. Die Wahl ist ein Stimmungstest für die lettische Parlamentswahl im Oktober.

LITAUEN (11): Noch offen.

LUXEMBURG (6): Noch offen.

MALTA (6): Erste inoffizielle Schätzungen sehen die Labour Partei von Regierungschef Joseph Muscat (PL) in Malta deutlich vorn. Die Partei kam demnach auf mehr als die Hälfte der Stimmen. Für die größte Oppositionspartei, die konservative Nationalistische Partei (PN), hätten rund 40 Prozent gestimmt. 75 Prozent der Wahlberechtigten gingen in Malta an die Urne.

NIEDERLANDE (26): Die Niederländer wählten schon am Donnerstag - und bescherten Prognosen zufolge der Partei des rechtspopulistischen Europaskeptikers Geert Wilders eine überraschend deutliche Schlappe. Die europafreundlichen Kräfte der linksliberalen D66 und der Konservativen hatten klar die Nase vorn.

ÖSTERREICH (18): Die ÖVP bleibt in Österreich laut ersten Hochrechnungen stärkste Kraft vor der SPÖ. Deutlich zugelegt hat die FPÖ, die laut Hochrechnungen auf 20 Prozent kam.

POLEN (51): Noch offen.

PORTUGAL (21): Noch offen.

RUMÄNIEN (32): Die zentrale Wahlbehörde in Rumänien meldete am Sonntagabend einen Anstieg der Wahlbeteiligung im Land. Bis 15 Uhr hätten 18,41 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung teilgenommen - immerhin gut 3,5 Prozent mehr als 2009.

SCHWEDEN (20): Noch offen.

SLOWAKEI (13): Die sozialdemokratische Regierungspartei Smer siegte ersten inoffiziellen Angaben zufolge, aber bei weitem nicht so klar wie vermutet: Vier Sitze im EU-Parlament gehen demnach an die Sozialdemokraten, die restlichen neun Sitze verteilen sich auf bis zu acht Splitterparteien. Die Slowakische Nationalpartei (SNS) schaffte offenbar nicht den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde, womit auch die geplante Fraktion europäischer Rechtsparteien um die FPÖ wackelt.

SLOWENIEN (8): Noch offen.

SPANIEN (54): In Spanien zeichnet sich eine für das Land historisch niedrige Beteiligung ab. Bis 14 Uhr gaben nach amtlichen Angaben nur 23,89 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2009 waren es zur gleichen Zeit 24,10 Prozent, am Ende verzeichnete das Land mit einer Beteiligung von 55 Prozent einen nationalen Minusrekord.

TSCHECHIEN (21): Sieg für die proeuropäischen Kräfte, sagt eine erste Wählerbefragung durch die Zeitung „MF Dnes“ voraus. Überraschend gut schnitt demnach die liberal-konservative Oppositionspartei TOP09 ab, die Sozialdemokraten um Ministerpräsident Bohuslav Sobotka kommen der Befragung zufolge auf 17 Prozent. Die Protestbewegung ANO von Milliardär und Finanzminister Andrej Babis bekommt demnach deutlich weniger Stimmen als erwartet.

UNGARN (21): Noch offen.

ZYPERN (6): Deutlicher Sieg für die proeuropäische konservative Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY). Ersten Prognosen zufolge bekommt sie zwischen 36,5 bis 39,5 Prozent. Zweitstärkste Kraft wird die Linkspartei AKEL mit 25,5 bis 28,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag ersten Angaben zufolge deutlich unter 50 Prozent.