Kunst

Ein Bouquet aus gemalten und gedachten Blumen

© Georg Hofer

Reizvolle Versuchsanordnung zum Verhältnis von Gegenständlichkeit und Abstraktion in der Galerie Bernd Kugler.

Von Ivona Jelcic

Innsbruck –Auf scheinbar komplett Gegensätzlichem aufgebaut ist die aktuelle Gruppenausstellung bei Kugler – und entpuppt sich schließlich doch als höchst beziehungsreich. Was freilich auch so gewollt ist: Ausgelotet werden soll hier das Wechselspiel zwischen Motiv und Abstraktion, konkret zwischen zeitgenössischen „Blumenbildern“ und motivischer Auslöschung bis hin zur totalen Monochromie. Was unterschiedlichste Blüten treibt, etwa mit den pointiert in Nachbarschaft gesetzten Arbeiten des gebürtigen Kirchbergers Herbert Hinteregger und des Karlsruher Malers Helmut Dorner. Aus der malerischen Auseinandersetzung mit in unzähligen Schichten aufgetragener Kugelschreibertinte entstehen Hintereggers monochrome Bilder mit nuancenreichen Oberflächen und Strukturen. Fünf davon hat er auf einem eigens gebauten Podest wie auf einem Blumentischchen zum Bouquet arrangiert – in dessen Richtung sich zutraulich, ja beinahe verwandtschaftlich Dornauers gemalte und zusätzlich zeichnerisch bearbeitete „Böse Blume Agave violett“ neigt.

Aber auch ohne derlei interpretatorische Steilvorlagen wirft diese Zusammenschau unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksweisen durchaus überlegenswerte Fragen zu Wahrnehmung, Ästhetik und zum Malprozess an sich auf. Den Tobias Hantmann schlicht auslässt, wenn er seine monochromen Gemälde aus herkömmlicher Industrieware wie Schleifpapierbögen schneidet. Die Schau versammelt insgesamt zwölf Positionen, darunter Künstler der Galerie ebenso wie etwa den mit einem Gold-Mosaik vertretenen John Armleder oder die 1949 geborene Basler Malerin Miriam Cahn mit einem geisterhaft wirkenden, zum glühend roten Gewächs flächig vereinfachten „Gartentraum“.

Als Aufforderung zur Innenschau an beiden Polen darf man den Titel „Endoscopia Part 1 and 2“ verstehen – quasi ein dritter Schauplatz eröffnet sich schließlich durch skulpturale Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler, wie der 1983 geborenen Deutschen Helen Feifel, die gemalten und gedachten Blumen sowie auch Geschichten ein Gefäß gibt: Ihre Plastiken entstehen aus auf Flohmärkten gefundenen, zerschlagenen und schließlich aus den Scherben und Leim rekonstruierten Vasen.

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