EU-Wahl - Niessl sieht auf Bundesebene noch „Potenzial nach oben“

Eisenstadt (APA) - Die SPÖ habe den Abstand zur ÖVP reduziert und bei den EU-Abgeordneten Gleichstand herbeigeführt. Das sei „grundsätzlich ...

Eisenstadt (APA) - Die SPÖ habe den Abstand zur ÖVP reduziert und bei den EU-Abgeordneten Gleichstand herbeigeführt. Das sei „grundsätzlich positiv“, so Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) zur EU-Wahl. Bei Wahlen sei es „burgenländisches Verständnis, Nummer Eins werden zu wollen. Im Burgenland sind wir das, in Österreich sind wir das nicht - insofern gibt es da noch ein Potenzial nach oben“, sagte Niessl.

Im Burgenland gebe es für die Sozialdemokraten „ein kleines Minus. Natürlich will ich kein Minus, sondern ich möchte ein Plus, ganz klar“, meinte Niessl. Die SPÖ sei jedoch „nicht nur die Nummer Eins im Burgenland, wir sind die Nummer Eins der Sozialdemokratie österreichweit.“ Im Burgenland habe die SPÖ „die richtigen Kandidaten gehabt, das zeigen die Ergebnisse in ihren Gemeinden und Städten“, so der Landeshauptmann.

Angesprochen auf den sich abzeichnenden Verlust eines Mandats im EU-Parlament, meinte der burgenländische ÖVP-Chef Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl: „Warten wir‘s ab.“ Es seien noch nicht alle Stimmen ausgezählt, er sei „ein unverbesserlicher Optimist. Wir werden auch das sechste Mandat schaffen.“

Mit dem ÖVP-Ergebnis auf Landesebene sei er „sehr zufrieden“, weil die Wahlbeteiligung im Burgenland mit knapp 50 Prozent im Vergleich zu den anderen Bundesländern hoch gewesen sei und die Volkspartei „auf die richtigen Kandidaten gesetzt“ habe: „Dort, wo wir junge Menschen eingesetzt haben, dort haben wir dazugewonnen.“ Das stimme ihn zuversichtlich, meinte Steindl.

Auf Bundesebene zeichne sich „ein Top-Ergebnis“ ab, das sei „sehr erfreulich“, so FPÖ-Landesparteiobmann Johann Tschürtz zur APA. „Wenn man noch bedenkt, dass es sehr viele gegeben hat, die gar nicht zur Wahl gegangen sind und die ja EU-Skeptiker sind, dann kann man erkennen, welches Potenzial eigentlich dahinter steckt. Das heißt, da wäre noch einiges möglich gewesen“, sagte Tschürtz.

„Was natürlich sehr erfreulich ist, ist die Tatsache, dass wir sogar über dem Nationalratswahlergebnis liegen. Da gibt es kein bergauf, bergab, sondern wir sind kontinuierlich im Aufwind“, meinte der FPÖ-Obmann. Im Burgenland hatten die Freiheitlichen im Wahlkampf kurzfristig ihren Spitzenkandidaten ausgetauscht. Der Wechsel habe seiner Ansicht nach aber „nicht wirklich irgendwelche Auswirkungen gehabt“, sagte Tschürtz.

„Ich bin natürlich hoch zufrieden und freue mich auch sehr“, kommentierte Landessprecherin Regina Petrik das bundesweite Abschneiden der Grünen. Im Burgenland hätten die Grünen ihr bisher bestes Ergebnis bei Bundeswahlen geschafft. „Wir haben unser Traumziel erreicht, mit einem burgenländischen Mandatar im Europaparlament vertreten zu sein“, sagte Petrik: „Da kann man sich nur freuen“ - vor allem, weil die Grünen einen inhaltsorientierten Wahlkampf geführt hätten.

Bundesweit habe man auf die richtige Spitzenkandidatin gesetzt, so Petrik. Sie freue sich, dass die Grünen mit Michel Reimon einen kompetenten und glaubwürdigen Europapolitiker ins EU-Parlament schicken könnten.