EU-Wahl: Besorgnis bei steirischen „Reformpartnern“ vor Wahljahr 2015

Graz (APA) - Besorgte Mienen dominierten in der Grazer SPÖ-Zentrale, als die erste Hochrechnung über den Bildschirm kam. Im Jahr vor zwei re...

Graz (APA) - Besorgte Mienen dominierten in der Grazer SPÖ-Zentrale, als die erste Hochrechnung über den Bildschirm kam. Im Jahr vor zwei regionalen Wahlgängen hatte man in der Steiermark schlechter als im Bundesschnitt abgeschnitten, war hinter die FPÖ auf Rang 3 zurückgerutscht. „Das tut weh“, gab Landesvorsitzender Landeshauptmann Franz Voves zu.

Immerhin konnten bundesweit die fünf Mandate gehalten werden, allerdings „auf einem Niveau, das man nicht zu Jubel Anlass gibt“, meinte Voves. Man müsse sich noch intensiver bemühen, die EU der Bevölkerung näherzubringen. Das Minus in der Steiermark führte der Landesvorsitzende auf das große frei gewordene Potenzial der EU-Kritiker aus Liste Martin und BZÖ zurück, die „direkt zur FPÖ gewandert sind“. Zudem seien 63 Prozent nicht bei der Wahl gewesen, was auch ein Grund sei, das Ergebnis für die kommenden regionalen Wahlgänge nicht „überzudramatisieren“.

Wie Voves sieht auch der ÖVP-Landesobmann LHStv. Hermann Schützenhöfer im Ergebnis kein Votum gegen die steirischen „Reformpartner“: „Die Zufriedenheit mit der Landespolitik ist mehrheitsfähig“. Die steirische EU-Spitzenkandidatin Beatrix Karl habe sich „trotz schlechter Reihung voll ins Zeug gelegt“, so Schützenhöfer, der gleichzeitig betont, dass das es ohne Othmar Karas nicht möglich gewesen wäre, so deutlich Platz 1 zu halten. So sei man „mit Schrammen davongekommen“. Es sei ja eine EU-Wahl gewesen, wobei „die bundespolitische Großwetterlage uns nicht sehr entgegengekommen ist.“

Jörg Leichtfried, der als Listen-Dritter der SPÖ wieder Fixstarter im EU-Parlament, sprach von „Licht und Schatten“. Man habe das Wahlziel fünf Mandate erreicht, in der Steiermark das Ergebnis gehalten und in der Obersteiermark und in den Industriestädten „nicht so schlecht“ abgeschnitten, aber: „Die Reihung passt mir nicht, Platz 3 schmerzt sehr“. Spitzenkandidat Eugen Freund habe seine Arbeit aber gut gemacht.

Sehr zufrieden zeigten sich naturgemäß die Freiheitlichen, die in der Steiermark den Stimmenanteil nahezu verdoppeln konnten und im Länder-Ranking ganz oben abschnitten: „Das Wahlziel wurde übertroffen“, so Landesobmann Landesrat Gerhard Kurzmann. Bei der Landtagswahl 2005 sei man noch Schlusslicht gewesen und aus dem Landtag geflogen. Nun habe man nicht nur einen guten Wahlkampf, sondern überhaupt viel richtig gemacht, so Kurzmann.

Der steirische Landessprecher der Grünen, Abg. Werner Kogler freute sich „über das beste Ergebnis aller Zeiten“, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Die positive Haltung zu Europa sei belohnt worden, „die Europagrantscherben sind unter 25 Prozent.“ Besonders dass Grazer Ergebnis, wo man Nummer eins wurde, wurde gefeiert.