EU-Wahl - SPD sieht auch bei Platz 2 Chancen für Schulz

Berlin (APA) - Die deutschen Sozialdemokraten geben trotz des sich abzeichnenden Sieges der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei...

Berlin (APA) - Die deutschen Sozialdemokraten geben trotz des sich abzeichnenden Sieges der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der EU-Wahl ihre Hoffnung auf eine Wahl ihres Kandidaten Martin Schulz zum Kommissionspräsidenten nicht auf. Es werde auch darauf ankommen, wer im EU-Parlament die meisten Stimmen auf sich vereinigen könne, sagte SPD-EU-Abgeordneter Udo Bullmann am Sonntagabend.

Mit dem sozialdemokratischen Spitzenkandidaten Schulz werde es einen „grandiosen Kommissionspräsidenten“ geben, der einen „Neustart für Europa“ bringen werde, betonte der Vorsitzende der SPD-Europaabgeordneten. Außerdem werde Schulz „frischen Wind“ und einen „aufrechten Gang“ hineinbringe. Mit Schulz würde es keineswegs eine Haltung mehr geben, „sich immer hinter dem Rat zu ducken“. Er glaube jedenfalls, dass es zwischen den beiden großen Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben werde.

Der konservative Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker selbst sei in Deutschland praktisch nicht präsent gewesen. Auf den Wahlplakaten habe man glauben können, Bundeskanzlerin Angela „Merkel will Chefin der EU-Kommission werden“. Schließlich sei Juncker auch für die sieben Krisenjahre und die falschen Weichenstellungen verantwortlich. „Das hat gerade nicht funktioniert“. Als Eurogruppen-Chef habe Juncker die „heiße Kartoffel hin und her geschoben und diese Form organisierter Unverantwortlichkeit haben wir genug gehabt“, so Bullmann.