EU-Wahl - Glawischnig: „Jaaaa!“

Wien (APA) - Küsse, Jubelschreie und Umarmungen setzte es Sonntagabend beim Eintreffen der Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig bei der W...

Wien (APA) - Küsse, Jubelschreie und Umarmungen setzte es Sonntagabend beim Eintreffen der Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig bei der Wahlparty im „Metropol“. Glawischnig lief Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek entgegen, fiel ihr um den Hals und machte mit den Kandidaten die Welle. Die Nachricht vom Wahlsieg in ihrem Heimatbezirk Hernals quittierte sie mit geballten Fäusten und einem langem „Jaaaa!“.

Schon zuvor herrschte Partystimmung im Gastgarten der Wahlzentrale. Immer neu eintrudelnde Detailergebnisse der EU-Wahl wurden mit Gejohle quittiert, man prostete einander mit Spritzern und Frizzante zu.

Die Parteichefin wurde gleich bei ihrem Eintreffen von einer Gratulantenmeute umringt. Von Alexander Van der Bellen, ihrem Vorgänger als Parteichef, gab es Küsschen und ein gehauchtes „Wahnsinn“, und Neo-Nationalrat Julian Schmid meinte: „So geil! Ich würde sagen, das war Rock‘n‘Roll heute.“

Glawischnig selbst gab sich über das Ausmaß des Grünen Erfolgs überrascht. Sie könne noch gar nicht einschätzen, warum die Wahl so ausgegangen sei, meinte sie vor Journalisten. „Gerechnet habe ich damit bei weitem nicht.“ Das Ergebnis sei jedenfalls auch ein „schöner politischer Auftrag“ und strafe jene Lügen, die Lunacek als zu wenig glamouröse Spitzenkandidatin abgetan hätten.

In Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen ortete sie für Vorarlberg einen „klaren Auftrag, die Regierungsoption offensiv anzugehen“. Vom Wiener Ergebnis sei sie extrem überrascht, „da stellen sich einige Fragen ganz neu“. Das grüne Projekt wachse jedenfalls. „Das ist auch ein Ansporn für mich für die nächste Nationalratswahl.“

Höchst zufrieden über das „großartige“ Ergebnis zeigte sich auch Van der Bellen. „Ich hatte mir letzte Woche schon gedacht, es kann nichts mehr schiefgehen. Aber dass es so gut ausgeht, ist schon erfreulich.“ Denn NEOS attestierte er Fehler im Wahlkampf, zeigte sich aber großmütig. „Das ist eine ganz junge Partei, die werden das schon lernen.“

Ihren Koffer für Brüssel bereits gepackt hat nach eigenen Angaben die Listendritte Monika Vana. Dies aber deshalb, weil sie schon jetzt oft zu den EU-Institutionen unterwegs ist, wie sie der APA erklärte. „Fix ist nix“, versuchte sie die eigene Euphorie und die Hoffnung auf das dritte grüne Mandat selbst in Zaum zu halten. „Aber es würde mich wahnsinnig freuen, bald in Brüssel auspacken zu können.“