EU-Wahl - Slowenien: Erdrutschsieg für Konservative

Ljubljana (APA) - In Slowenien haben die konservativen Parteien bei der Europawahl einen Erdrutschsieg verbucht. Sie konnten fünf der acht M...

Ljubljana (APA) - In Slowenien haben die konservativen Parteien bei der Europawahl einen Erdrutschsieg verbucht. Sie konnten fünf der acht Mandate Sloweniens im Europaparlament erringen, ergab eine vom Fernsehsender RTV Slovenija nach Wahlschluss um 19.00 Uhr veröffentlichte Nachwahlbefragung. Die restlichen Mandate teilen sich die neue Liste „Ich Glaube“, die Pensionistenpartei DeSUS und die Sozialdemokraten (SD).

Mit Abstand stärkste Kraft (24,6 Prozent) wurde demnach die Demokratische Partei (SDS) des rechtskräftig wegen Korruption verurteilten früheren Ministerpräsidenten Janez Jansa. An zweiter Stelle landete das Wahlbündnis der konservativen Parteien Neues Slowenien (NSi) und Volkpartei (SLS) mit 15,6 Prozent, angeführt vom langjährigen EU-Abgeordneten und Ex-Premier Lojze Peterle.

Die kürzlich gegründete Wahlliste „Ich glaube“ (Verjamem) des früheren Rechnungshofpräsidenten Igor Soltes landete mit 10,6 Prozent auf Anhieb auf dem dritten Platz, vor der Pensionistenpartei (9,1 Prozent) und den Sozialdemokraten (7,9 Prozent). Ohne Mandat blieb die bisherige größte Parlamentspartei „Positives Slowenien“, die sich jüngst wegen des Streits zwischen Parteigründer Zoran Jankovic und Ministerpräsidenten Alenka Bratusek gespalten hatte. Die vom euroskeptischen Ex-Wirtschaftsminister Joze Mencinger geführte PS-Liste erhielt nur sechs Prozent der Stimmen.

Einen Achtungserfolg erzielte mit 3,6 Prozent der Stimmen die Bürgerliste „Traumjob“ (Sanjska sluzba), die ihre Kandidaten per Losentscheid bestimmt hatte.