Ukraine-Wahl - Protest gegen Medwedews Krim-Besuch am Sonntag

Kiew/Simferopol (APA/dpa) - Unter Protest der ukrainischen Regierung hat Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew die annektierte Schwarz...

Kiew/Simferopol (APA/dpa) - Unter Protest der ukrainischen Regierung hat Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew die annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim besucht. Eine solche Visite auf der Krim am Tag der ukrainischen Präsidentenwahl sei eine „besondere Dreistigkeit und gewollte Provokation“, kritisierte das Außenministerium in Kiew am Sonntag.

Es handle sich um eine „grobe Verletzung“ der territorialen Unversehrtheit der Ukraine. „Das widerspricht den Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, daran interessiert zu sein, dass die Wahlen in der Ukraine in einer friedlichen und ruhigen Atmosphäre ablaufen“, hieß es in der in Kiew veröffentlichten Mitteilung. Auf der im März von Russland einverleibten Schwarzmeerhalbinsel konnten die Menschen erstmals nicht an einer ukrainischen Präsidentenwahl teilnehmen.

Der Westen hatte die Annexion als Bruch des Völkerrechts kritisiert und gegen Dutzende Russen Einreiseverbote und Kontosperrungen verhängt. EU und USA drohen mit weiteren Sanktionen, sollte Russland die Lage in der Ukraine weiter destabilisieren.

Regierungschef Medwedew setzte ungeachtet der Kritik aus Kiew seinen Besuch auf der Halbinsel fort. Bei dem zweitägigen Aufenthalt wollte er sich von der Umstellung von ukrainischen auf russische Pässe für die Bürger überzeugen. Zudem standen die Zahlungen an Rentner im Mittelpunkt. Moskau hatte den Senioren Wohnungen und höhere Zahlungen in Aussicht gestellt.