EU-Wahl - Strolz: „Wir sind keine Wunderwuzzis“

Wien (APA) - Die NEOS haben sich ihre Wahlparty durch das eher enttäuschende Abschneiden bei der EU-Wahl nicht verderben lassen. „Wir sind k...

Wien (APA) - Die NEOS haben sich ihre Wahlparty durch das eher enttäuschende Abschneiden bei der EU-Wahl nicht verderben lassen. „Wir sind keine Wunderwuzzis! - und das ist gut so“, machte Parteichef Matthias Strolz den rund 500 Mitstreitern im Wiener Volksgarten bei einer Motivationsrede nochmals klar. Gefeiert wurde mit Würsteln, Cocktails und der Musik zu „Pink Panther“.

„Wenn man das NEOS-Buch aufschlägt, dann ist das die Seite 12“, gab Strolz zu verstehen, dass man bei künftigen Wahlen noch viel mehr vorhat. „Allerdings, das NEOS-Buch hat 700 Seiten.“ Strolz gab abermals zu, dass man sich bei der EU-Wahl wesentlich mehr erwartet hätte: „Wir hätten diesen Schritt ein bisschen größer dimensioniert“.

Das Thema rosaroter Panther sollte sich durch den ganzen Abend ziehen. „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage“, setzte Strolz mit seinem Motivationsseminar für NEOS-Anhänger fort. „Vielleicht müssen wir die Latte beim nächsten Mal ein bisschen niedriger legen“, blickte er bereits in Richtung kommender Landtagswahlen. Und auch Fehltritte wie beim Thema Privatisierung des Wassers will er künftig vermeiden. „Wir sind natürlich auf Nebenschauplätze gezerrt worden und haben dort ausführlich Auskunft gegeben“, sprach er indirekt von vielen Seiten kritisierte Aussagen seiner Spitzenkandidatin Angelika Mlinar an. Ein für alle Mal machte Strolz klar: „Wir wollen es (das Wasser, Anm.) nicht privatisieren!“

Dass Wahlerfolge bzw. Misserfolge immer relativ zu interpretieren sind, verdeutlichte Strolz mit seiner Sicht des Wahlsonntags. „Es gibt über 900 Parteien im Innenministerium und sechs sind im Parlament. Das heißt, wir haben gefühlte 900 Parteien hinter uns gelassen. Wir sind verdammt gut.“

Auch Spitzenkandidatin Mlinar kam nach Strolz zu Wort und zeigte gleich Emotionen. „Wenn ihr so weiterklatscht, dann kann ich nichts mehr sagen, dann fange ich zu Weinen an“, meinte die zukünftige EU-Parlamentarierin. Abermals sprach sie von wirklich hartem Gegenwind im Wahlkampf, dennoch sah sie einen wichtigen neuen Erfolg für die NEOS: „Ich bin überzeugt davon, dass wir ein wichtiger Faktor dafür waren, dass letztendlich die pro-europäischen Kräfte in Österreich gewonnen haben.“

Tatsächlich ließen sich die NEOS-Anhänger ihre Wahlparty durch das enttäuschende Ergebnis nicht vermiesen. Die „Säulenhalle“ im Wiener Volksgarten war bis Mitternacht gebucht, Publikum war auch am späten Abend noch ausreichend anwesend. Die wichtigste Botschaft des Abends durfte Bundesgeschäftsführer Feri Thiery verkünden: „Zu Essen gibt es nichts mehr, aber zu Trinken gibt es noch genug.“