EU-Wahl: ÖVP gewann drei von fünf Wahlen

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Wien/Straßburg/Brüssel (APA) - Jetzt hat die ÖVP die Nase vorne: Sie hat mit ihrem Wahlsieg heute, Sonntag, drei der bisher fünf EU-Wahlen in Österreich gewonnen, die SPÖ nur zwei 1999 und 2004. Aus Österreich entsenden künftig statt der bisher (seit dem Lissabon-Vertrag) sechs Parteien nur mehr fünf Vertreter ins EU-Parlament - wobei die NEOS erstmals einziehen und die insgesamt achte EU-Partei sind.

Zwei Parteien verabschiedeten sich mit dem heutigen Urnengang aus der Österreicher-Riege: Hans-Peter Martin trat mit seiner Liste gar nicht mehr an, das BZÖ scheiterte mit einem knappen halben Prozent Stimmenanteil.

Die SPÖ hat ihr Wahlziel, Erste zu werden, mit dem Quereinsteiger Eugen Freund an der Spitze klar verfehlt - aber es ist ihr gelungen, dank eines leichten Zuwachses den Abstand zur ÖVP von über sechs auf drei Prozentpunkte zu verringern. Als Spitzenkandidat konnte Othmar Karas das 2009er-Ergebnis (damals war Ernst Strasser Listenerster) nicht halten. Er fuhr sogar das schlechteste der fünf ÖVP-EU-Ergebnisse ein, aber es reichte locker für den ersten Platz.

Die FPÖ kam zwar im vorläufigen Endergebnis über die 20-er Marke - mit der Briefwahlauszählung morgen, Montag, wird sie wohl knapp drunter liegen. Aber sie spielte bei weitem nicht um den ersten Platz mit. Sogar auf den zweiten Platz fehlten ihr am Sonntag 3,7 Prozentpunkte - und auf ihr eigenes Rekordergebnis von 1996 sieben. Aber immerhin fiel der Stimmenanteil (bei deutlich niedrigerer Beteiligung, also deutlich weniger absoluten Stimmen) nicht viel niedriger aus als bei der Nationalratswahl - obwohl die FPÖ EU-kritisch ist und am Anfang einige Probleme mit dem zurückgetretenen Spitzenkandidaten Andreas Mölzer (der durch Harald Vilimsky ersetzt wurde) hatte.

Die Grünen konnten sich über einen großen Rekord freuen: Ulrike Lunacek schaffte bei ihrem zweiten Anlauf als Spitzenkandidatin nicht nur das beste EU-Ergebnis, sondern auch das beste Bundeswahlergebnis der Parteigeschichte. Sie löste damit im zweiten Anlauf den bisherigen Rekordhalter Johannes Voggenhuber - an dessen Stelle sie 2009 Spitzenkandidatin geworden war - auch beim Wählerzuspruch ab. Ihr erster Anlauf hatte noch in einer großen Enttäuschung geendet, mit dem größte Minus aller Bundeswahlen fielen die Grünen unter die Zehn-Prozent-Marke.

Die NEOS legten bei ihrer ersten EU-Wahl zwar gegenüber den Nationalratswahl kräftig zu, von 4,96 im September auf 7,61 Prozent im vorläufigen Endergebnis. Aber wirklich im Match um den vierten Platz - wie von den Meinungsforschern vor der Wahl vorhergesagt - waren sie damit nicht. Jedenfalls sind sie jetzt die achte österreichische Partei, die EU-Abgeordnete stellt. Und das LIF (das schon 1996 bis 1999 dabei war) kehrte indirekt wieder in das EU-Parlament zurück. Denn es hat mit den NEOS fusioniert, die letzte LIF-Parteichefin Angelika Mlinar war NEOS-Spitzenkandidatin und wird EU-Abgeordnete.

Das BZÖ, das zuletzt - seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages - ein Mandat hatte, flog nun wie im Herbst aus dem Nationalrat auch aus dem EU-Parlament,