EU-Wahl - Renzis PD in Italien laut Hochrechnung mit 40 Prozent vorne

Rom (APA) - In Italien ist die Demokratische Partei (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi bei der Europawahl nach erster Hochrechnung mit ...

Rom (APA) - In Italien ist die Demokratische Partei (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi bei der Europawahl nach erster Hochrechnung mit 40 Prozent klar zur stärksten politischen Kraft avanciert. Sollte dieser Prozentsatz bestätigt werden, würde der Erfolg der Renzi-Partei die Erwartungen des Premiers deutlich übertreffen - er hatte mit etwa 35 Prozent der Stimmen gerechnet.

Hinter der PD folgt die populistische und europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo, die bei ihrer ersten Europawahl laut Hochrechnungen auf 23 Prozent der Stimmen kam. Die konservative Oppositionspartei Forza Italia (FI) des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi landete mit - für den Medienunternehmer enttäuschenden 16 Prozent - auf Platz drei. Erneut den Einzug ins Parlament schaffen könnte die rechtspopulistische Lega Nord, die bei 6,0 Prozent stand, sowie die Mitte-Rechts-Partei NDC um Innenminister Angelino Alfano.

Renzis PD zeigte sich mit den Ergebnissen durchaus zufrieden. „Wenn die Hochrechnungen bestätigt werden, rückt die PD-Partei zur stärksten Gruppierung im Lager der europäischen Sozialdemokraten auf. Wir wären mit Angela Merkels CDU die einzige Regierungspartei, die bei dieser EU-Wahl das Ergebnis weitgehend halten konnte“, feierte die stellvertretende PD-Vorsitzende Debora Serracchiani.

Die Wahlbeteiligung ist in Italien gesunken. 53,9 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Bei den Europawahlen vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 66,5 Prozent, teilte das italienische Innenministerium mit. Damals wurde am Samstag und am Sonntag gewählt. Insgesamt waren 49 Millionen Italiener aufgerufen, ihre 73 Abgeordneten für ein neues Parlament in Straßburg zu bestimmen. Sie wurden in fünf Wahlkreisen gewählt.

Auch Kommunalwahlen in 4.106 Gemeinden, der Hälfte aller Kommunen Italiens, sowie Regionalwahlen in den Abruzzen und in Piemont fanden am Sonntag statt. 17,6 Millionen Italiener waren zu den Kommunal- und Regionalwahlen aufgerufen.