Das Tiroler Regionalliga-Quartett traf viele richtige Töne
Die Westliga-Saison 2013/14 ist Geschichte: Das Tirol-Quartett WSG Wattens, Schwaz, Wacker Amateure und der FC Kufstein verdiente sich im Schnitt gute Noten. Einen Typen wie Unterrainer wird man vermissen.
Von Alex Gruber
Relegation – Der überlegene Westliga-Meister Austria Salzburg startet heute beim FAC Team für Wien in Teil eins des Relegationsduells für die Heute-für-morgen-Liga. Das zweite Duell lautet Parndorf gegen den Regionalliga-Mitte-Champion LASK. Westliga-Vizemeister Wattens bereitet sich indes noch auf das TFV-Cupfinale gegen Kitzbühel (am Pfingstmontag um 17 Uhr in Angerberg) vor. Ein letzter Blick zurück auf die abgelaufene Westliga-Saison.
WSG Wattens
Den Einser in der Tabelle und im Zeugnis ließ seitens der WSG Wattens ebenfalls ganz einfach Austria Salzburg nicht zu. Den letzten Ausrutscher gegen Eugendorf ordnete Coach Thommy Silberberger in die Mysterien einer letzten Meisterschaftsrunde ein, mit einem Totalausfall im Mittelfeld seitens der notwendigen Defensivarbeit. Und im Wissen, dass sich Anif – die Salzburger steigen ab, wenn Austria Salzburg die Relegation verliert – bei einer „schiefen Optik“ jetzt einiges denken wird. 70 Punkte, 88 Volltreffer, alleine 29 davon durch Torschützenkönig Simon Zangerl, sowie der souveräne Einzug ins Cupfinale gereichen der WSG dennoch zur Ehre.
Dass sich ganz nebenbei mit Zangerl und Florian Jamnig zwei Spieler für den Profizirkus bei Wacker Innsbruck empfahlen, macht die Sache noch besser. In der Landesliga-Relegation könnte seitens der ersten Wattener Garde übrigens nur der Langzeit-Verletzte Sandro Samwald ein Thema sein. Die Causa um Ex-Wacker-Angreifer Roman Wallner beurteilt WSG-Sportmanager Stefan Köck eher skeptisch: „Er möchte noch höher spielen und wartet auf Angebote. Momentan ist es nicht realistisch.“ Christian Gebauer (Reichenau) und David Zimmerhofer (FC Südtirol) kommen.
SC Schwaz
Aufsteiger SC Schwaz hat sich ein „Gut“ als hervorragende Auswärtstruppe (neun Siege) und zweimal ungeschlagen gegen Meister Austria Salzburg mehr als verdient. Die ausbaufähige Heimbilanz (nur vier Siege) war am Weg zu Rang sechs das beinahe einzige Manko, ein Jammern auf extrem hohem Niveau, zumal die Knappenstädter auch über Wochen etliche Verletzungssorgen begleitet haben. „Wenn man als Aufsteiger Sechster wird, muss man von einer sehr guten Saison sprechen“, schloss Coach Martin Hofbauer den Kreis, ehe es am Donnerstag beim viertägigen Lignano-Ausflug mit dem Team einiges zu feiern geben wird. Als Topscorer trug sich seitens der Schwazer einmal mehr Edelroutinier Benjamin Reiter mit neun Treffern ein.
FC Wacker Innsbruck Amateure
Die Wacker-Fohlen, die schon am Donnerstag mit dem letzten Aufgebot und einer 1:6-Niederlage gegen St. Johann die Saison beendet haben, ließen vor allem im Herbst mit aggressivem Auftreten und offensiver Spielanlage aufhorchen. Das Frühjahr war zuletzt mehr ein Kampf um einen halbwegs vernünftigen Kader. Ergibt eine „3“, ein „Befriedigend“. Nachdem die Profiabteilung und den Amateure-Stall in der kommenden Spielzeit nur noch eine Liga trennt, können die Empfehlungsschreiben in der Westliga noch mehr Wirkung entfalten. Die Diskussionen, ob die besten Talente in der Akademie oder eben bei den Fohlen vorspielen sollen, sind auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Coach Thommy Grumser verdiente sich ein ganz dickes Plus, ebenso wie Alex Gründler mit zwölf Treffern im Herbst.
FC Kufstein
Am Ende reichte die Erfahrung beim FC Kufstein bis kurz vor Schluss im Abstiegskampf für ein „Genügend“ aus. „Wenn man aus dieser Saison viel lernt, kann man auch eine ,3‘ verteilen“, blickte Markus Unterrainer „auf eine schwierige Spielzeit“ zurück. Das Karriereende des vormaligen Torjägers – 142 Regionalliga-Treffer in 206 Partien – fällt in der Zukunftsplanung ebenso ins Gewicht wie das nahende Auslandsstudium von David Steger und Stefan Schreder. Markus Peer kehrt zu Kirchbichl zurück, dafür sollen Mario Thaler und Alex Kögl retour aus Kundl kommen.
Auf Neo-Coach Stefan Höller dürfte eine Mammutaufgabe warten. Scheiden tut weh: Die letzten Flanken und Volleys beim Training, die letzten beiden Tore im Kufstein-Dress gingen Markus Unterrainer auch mit 33 so richtig unter die Haut. „Ist es echt wahr, dass ich aufhöre, ging mir da durch den Kopf. Der Fußball wird mir abgehen“, zeigt sich der „Unti“ sentimental. Um dankbar und mit gewohntem Humor abzuschließen: „Gott sei Dank darf ich auf eine Super-Zeit zurückblicken. Und jetzt muss ich halt öfters spazieren gehen ...“