Nach Brüssel-Anschlag steigt in Europa Angst vor Syrien-Heimkehrern

Wien (APA) - Nach dem blutigen Attentat eines ehemaligen französischen Syrienkämpfers auf das Jüdische Museum in Brüssel mit vier Toten, ste...

Wien (APA) - Nach dem blutigen Attentat eines ehemaligen französischen Syrienkämpfers auf das Jüdische Museum in Brüssel mit vier Toten, steigt in Europa erneut die Angst vor Terroranschlägen durch „Heimkehrer“. Auch aus Österreich kämpfen soviele Jihadisten in Syrien wie nie zuvor, „konkrete Hinweise auf Terroranschläge“ hat das Innenministerium gegenwärtig jedoch nicht, hieß es auf APA-Anfrage am Montag.

Bereits mehr als 2.000 radikale Islamisten haben laut EU-Angaben Europa verlassen, um im syrischen Bürgerkrieg zu kämpfen. Alleine aus Frankreich sollen 780 Personen in den Jihad gezogen sein. In Österreich geht man gegenwärtig von gut 100 Kämpfern in Syrien aus, mindestens 20 sollen bereits wieder zurückgekehrt sein, ebensoviele den Bürgerkrieg nicht überlebt haben.

Die Gefahr von Heimkehrern ist einerseits, dass sie eine „logistische und kommunikative Brückenfunktion (...) für die Entsendung neu angeworbener Personen“ einnehmen, heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Vor allem aber fürchten die Behörden eine „direkte Bedrohung für die innere Sicherheit“, sollten sie „ihr Wissen und ihre Erfahrung für die Vorbereitung und Durchführung eines terroristischen Anschlages im Heimatland nutzen.“

Was lange nur als potenzielle Bedrohung galt, wurde mit dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel plötzlich real. Der tatverdächtige Franzose, verbrachte ab Ende 2012/Anfang 2013 mindestens ein Jahr im syrischen Bürgerkrieg. Bei seiner Festnahme wurden Waffen sichergestellt, die in die Flagger der ISIL (Islamischer Staat im Irak und der Levante) eingewickelt waren - eine der radikalsten Gruppen, die als Al-Kaida-nahe gilt.

Man stehe seit dem Anschlag in Belgien in stetigem Kontakt mit den anderen europäischen Behörden, heißt es aus dem Innenministerium. Auch gebe es eine „täglich aktualisierte Lagebeurteilung“. Der Großteil jener 500 - 1000 als „radikalisiert“ geltender Personen in Österreich, bezieht ihre Ideologie mittlerweile übrigens aus Sozialen Netzwerken und Online-Foren. Lediglich eine „Handvoll Moscheen“ würden als „Orte der Radikalisierung“ dienen, heißt es aus Kreisen von Nachrichtendiensten.