Widerstand gegen Spange Hall-Ost
Während vor allem in Hall, aber auch in Mils die geplante Verkehrsspange Hall-Ost vorwiegend Lob erntet, schlagen Anrainer der Milser Dorfstraße Alarm und warnen vor einer Verdoppelung des Verkehrs.
Von Nikolaus Paumgartten
Mils b. Hall –Der Plan für eine Verkehrsspange Hall-Ost ist nicht zu Ende gedacht. Zu diesem Schluss kommt der Milser Rainer Cernin. Der Bewohner der Dorfstraße beschäftigt sich seit Jahren mit der Verkehrs- und Lärmproblematik an der zentralen Nord-Süd-Achse des Dorfes und zeichnet ein düsteres Zukunftsbild für sich und seine Nachbarn, aber auch für jene, die im Norden von Mils wohnen. Denn bei Realisierung der Verkehrsspange und unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen könnte sich der Verkehr binnen weniger Jahre verdoppelt haben, warnt Cernin, der mit dieser Einschätzung in seiner Straße nicht mehr alleine dasteht.
Wie berichtet, will das Land den Unteren Stadtplatz in Hall entlasten und dafür mindestens 30 Millionen Euro in die Hand nehmen. Vorgesehen ist, den Autoverkehr der Tiroler Straße von und nach Mils künftig über eine Autobahn- und Innbrücke zur Inntalautobahn-Anschlussstelle Hall-Mitte zu führen. Zudem soll die Landesstraße B171 auf die südliche Seite der Bahntrasse verlegt werden.
Diese Maßnahmen bedeuten zwar ein Minus an Verkehr am Unteren Stadtplatz in Hall (derzeit rund 20.000 Fahrzeuge täglich), gleichzeitig müsse man aber mit einem Plus von bis zu 2000 Fahrzeugen täglich auf der Milser Dorfstraße rechnen, erinnert Cernin und zitiert dabei aus den Verkehrsgutachten des Landes. Cernin geht allerdings davon aus, dass es wohl bis zu 3000 zusätzliche Fahrzeuge am Tag sein werden, diese Zahl sei ihm zumindest im persönlichen Gespräch mit politischen Vertretern des Landes einmal genannt worden.
Rechne man die Zunahme des Verkehrs aufgrund der geplanten Belebung des Ortskernes, des Baus der Tiefgarage und der zu erwartenden Wohnbautätigkeiten in Mils dazu, könnte sich die Belastung für die Dorfstraße binnen weniger Jahre von derzeit 5000 auf 10.000 Fahrzeuge verdoppeln.
Den Wunsch in Hall nach Entlastung für den Unteren Stadtplatz könne er nachvollziehen, so Cernin. Das dürfe aber nicht auf Kosten anderer gehen. „Man macht jetzt die Fehler in Mils wieder, die damals schon in Hall gemacht wurden“, warnt Cernin und fordert ein Maßnahmenbündel, um die Verkehrsspange Hall-Ost für alle Beteiligten zu einer positiven Sache zu machen:
Der von der Gemeinde Mils angedachte 40er an der Dorfstraße gehe nicht weit genug. Cernin pocht als Sofortmaßnahme auf eine 30er-Geschwindigkeitsbeschränkung sowie Lärmschutzwände für die Häuser an der Straße. Weiters müsste die Straße baulich so verändert werden, dass sich die Geschwindigkeiten automatisch reduzieren. Derzeit fährt ein Drittel der Fahrzeuglenker schneller als die erlaubten 50 km/h die Dorfstraße hinauf und hinunter.
Mittelfristig, so ist Cernin überzeugt, könne nur eine zweite Verkehrsfläche die Nord-Süd-Durchzugsachse Dorfstraße entlasten.