Der größte Mégane zum Mögen
Mit neuer Front, ansehnlicher Seitenlinie, der Kombination eines kleinen Benzinmotors mit einem Doppelkupplungsgetriebe und R-Link-Infotainmentsystem tritt Renaults facegelifteter Kompaktkombi an.
Von Markus Höscheler
Sauerlach –Zum Jahresauftakt haben die Franzosen noch einmal bei ihrem Kompaktwagenangebot eingegriffen. Obwohl der Grandtour schon zuvor schon eine Überarbeitung erfahren hat, gab es für heuer noch einmal eine Retusche. Die Veränderung ist vor allem an der Front erkennbar, die nun das Markengesicht trägt, das Designchef Laurens van den Acker inzwischen bei den meisten Renault-Modellreihen aufgetragen hat. Markant ist der mittige Marken-Rhombus hervorgehoben, schwarz umrandet und von einer schlanken Kühlergrillblende eingefasst, die eine offensichtliche Verbindung mit den Scheinwerfern eingeht. Die wiederum fließen harmonisch in die Flanken und damit in die Kotflügel. Die Motorhaube ist an den Seiten auffällig gefaltet – was sich bis in die A-Säulen zurückverflogen lässt. Die Dachlinie fällt hinten stärker ab und kommt damit der aktuell herrschenden Coupé-Mode entgegen, verstärkt durch die schräg stehende Heckklappe.
Dem Ladeangebot mag dieser Kniff ein wenig schaden, für 524 Liter Gepäckabteil (netto) langt es dennoch. Bei umgelegten Rücksitzlehnen sind es sogar 1600 Liter. Auch mit der Übersichtlichkeit hapert es ein wenig, woran vielleicht auch die abgedunkelten Seitenscheiben hinten einen geringfügigen Anteil haben. Diese Scharte können jedoch Parksensoren (ab GT Line sind sie hinten serienmäßig installiert) und eine Rückfahrkamera auswetzen. Die gibt es im Technikpaket in Verbindung mit dem R-Link-Infotainmentsystem, das zusammen netto wenigstens 1240 Euro ausmacht. Dafür erhält der Mégane-Grandtour-Fahrer nicht nur zusätzliche Sicherheit, sondern auch ein Plus an Komfort: Die Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone mündet in unkomplizierte Freichsprecherlebnisse und angenehmes Audiostreaming. Außerdem dient sich die Navigation mit weitestgehend stimmigen Fahrhinweisen an.
Als stimmig sehen wir zudem die Verbindung an, die der 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit der Doppelkupplung EDC eingeht. Es arbeitet zumeist unauffällig, nur manchmal würde sich der Fahrer einen schnelleren Wechsel wünschen. Das Aggregat selbst spricht vor allem im Drehzahlkeller hervorragend an, die 205 Newtonmeter Drehmomentmaximum liegen ab 2000 Umdrehungen/Minute an. Mit 132 Pferdestärken kann der kleine Ottomotor den Grandtour höchst kultiviert und unaufgeregt in Bewegungslaune versetzen. Gar zu häufiges Gaspedal-Treten führt jedoch zu einem Testverbrauch wie dem unseren: 8,0 Liter je 100 Kilometer. Trösten kann da die Einsicht, dass der Mégane Grandtour sich auf Wunsch gemütlicher bewegen lässt, zumal die GT-Line-Ausstattung ohnehin zum Genießen des ausgewogenen Fahrwerks und der passgenauen Sportsitze anregt. Ab 25.790 Euro steht diese Kombination in der Preisliste, die Basisausstattung Tonic und ein 115-PS-Aggregat sind mit 19.990 Euro günstiger angesetzt.