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Skodas Allradprogramm gedeiht

Selbst ein fliegendes Rad beeinträchtigt die Manövriertauglichkeit des Yeti nicht. Auf rutschigem Grund sorgt die Haldex-5-Technik für Traktionsreserven.Fotos: Hersteller
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Auch wenn sich das 4x4-Volumen der Tschechen noch unter zehn Prozent des gesamten Absatzes befindet – die Modellvielfalt mit 4WD-Technik wächst, deren Stellenwert im Unternehmen ebenso.

Von Markus Höscheler

Pachfurth –Von den Zahlen her scheint Allrad für Skoda nicht von großer Bedeutung zu sein. Im vergangenen Jahr setzte die VW-Tochter weltweit 920.800 Fahrzeuge ab, 60.100 Einheiten davon waren mit einem 4WD-System versehen – lediglich 6,5 Prozent des Markenvolumens. Wiederum fast zwei Drittel davon entfielen allein auf das kompakt ausgefallene SUV Yeti. Was klein ist, kann jedoch kräftig wachsen, so muss wohl die Überzeugung von Skoda sein. Denn der Hersteller bewirbt seine 4x4-Modelle derzeit recht intensiv – und lud uns zum Erproben ein auf das Gelände des Fahrsicherheitszentrums Pachfurth in Niederösterreich.

Dort stehen aufgeschüttete Hügel mit unterschiedlichen Neigungsgraden, Schotterstraßen, Mini-Canyons und diversen Asphaltsorten (bewässert, unbewässert) bereit – die ideale Grundlage, um Traktionsgrenzen auszuloten. Die sind gelegentlich schnell erreicht, wenn ein rutschiger, an Eisesglätte erinnernder Untergrund als Fahrfläche dient. Dann merkt der Fahrer im direkten Vergleich rasch, dass ein permanenter Allradantrieb, der die Drehmomente variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verschieben kann, beim Vorankommen deutliche Vorteile gegenüber reinen Fronttrieblern hat (von Hecktrieblern ist an dieser Stelle keine Rede, da Skoda Derartiges derzeit nicht im Fuhrpark führt). Für den Fahrer nahezu unmerklich variiert die Haldex-5-Kupplung bei den Modellen Octavia Combi (Kompaktklasse), Superb und Superb Combi (beide Mittelklasse) die Kraftzuteilung und erreicht damit mehr Fahrzeugstabilität als ein reines 2WD-Modell. Das fördert das Verständnis für jene Tiroler Autofahrer, die im Mittelgebirge oder in hoch gelegenen Tälern wohnen und immer wieder mit Steigungen konfrontiert sind.

Eine Nummer professioneller ist der Yeti ausgeführt, den Skoda vor wenigen Monaten überarbeitet hat. Dem (auch in der Ausführung Outdoor) gönnt der Anbieter einen Offroad-Modus, aktivierbar über eine Taste, die sich auf der Mittelkonsole befindet. Damit ändert sich das Verhalten des Fahrzeugs beim Anfahren, Bremsen und Bergabfahren. Der Modus enthält unter anderem die Funktion einer elektronischen Differenzialsperre (EDS Offroad), die beispielsweise bei einem in der Luft hängenden Rad ebendieses automatisch abbremst und die überschüssige Energie auf das gegenüberliegende Rad leitet, um ein Vorankommen zu erleichtern. Außerdem umfasst der Offroad-Modus einen Bergabfahrassistenten, der etwa im steilen Gebiet selbstständig den Yeti traktionssicher abbremst und ein Blockieren der Räder sowie ein Abrutschen verhindert. Beide Fahrmanöver beherrscht der Yeti in Pachfurth, außerdem lässt er sich auch in Schräglage bis 45 Grad nicht aus der Ruhe bringen beziehungsweise in Kippneigung versetzen.

Den Yeti 4x4 (und Yeti Outdoor 4x4 als Design-Derivat) bietet Skoda mit einem 160 PS starken 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner und mit drei Zweiliter-Turbodieseln an, die 110, 140 und 170 PS leisten (Drehmoment: 280, 320 und 350 Nm). Der stärkste Selbstzünder ist zugleich der genügsamste mit 5,7 l Verbrauch je 100 km.

Den Octavia Combi 4x4 treibt entweder ein 180 PS starker 1,8 TSI oder ein Diesel mit 105 (1,6 TDI) beziehungsweise 150 PS (2,0 TDI) an. Der schwächere Ölbrenner benötigt lediglich 4,5 l/100 km (CO2-Ausstoß: 119 g/km).

Je zwei Diesel (140 und 170 PS) und zwei Benziner (160 und 260 PS) sind mit der 4x4-Verknüpfung im Superb/Superb Combi erhältlich. Ende August stockt Skoda das 4x4-Programm weiter auf: mit dem Octavia Scout.

Zu den Allrad-Preisen: Den Yeti 4x4 offerieren die Händler ab 25.250 Euro (Outdoor: 25.420 Euro), den Octavia Combi 4x4 ab 26.510 Euro, den Superb 4x4 ab 31.090 Euro, den Superb Combi 4x4 ab 32.450 Euro.