Türkische Armee beschoss Dorf im Nordirak

Erbil (APA/AFP) - Die türkische Armee hat am Montag ein Dorf in der autonomen Kurdenregion im Nordirak beschossen. Nach Angaben von Sicherhe...

Erbil (APA/AFP) - Die türkische Armee hat am Montag ein Dorf in der autonomen Kurdenregion im Nordirak beschossen. Nach Angaben von Sicherheitskräften und Einwohnern schlugen türkische Mörsergranaten in Nesduri nahe der Stadt Sacho in der Provinz Dohuk ein, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Welchen Zielen die Angriffe galten, war zunächst nicht klar.

In der Vergangenheit haben türkische Streitkräfte in der Region wiederholt Stellungen mutmaßlicher Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angegriffen. Diese verkündete im März 2013 einen Waffenstillstand mit Ankara, die Friedensverhandlungen gerieten jedoch im Herbst ins Stocken. Die PKK stoppte den mit Ankara vereinbarten Rückzug ihrer Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak und begründete dies damit, dass die türkische Regierung die von ihr versprochenen Reformen zu Rechten für Minderheiten schuldig bleibe.

Im April warnte der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan vor einer möglichen Rückkehr zur Gewalt. Öcalan sitzt seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali bei Istanbul in Haft. Im Gefängnis verhandelt er mit dem türkischen Geheimdienst über eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts, durch den seit 1984 Zehntausende Menschen getötet wurden.

Die PKK griff einst für ein unabhängiges Kurdistan zu den Waffen. Mittlerweile fordert sie mehr Autonomie für die 15 Millionen Kurden, das Recht auf Schulbildung in kurdischer Sprache und die Freilassung kurdischer Häftlinge.