Verkehr

Gemeinde Pflach hat sich auf den 50er eingebremst

Bürgermeister Schönherr nimmt Kritik gelassen. Die Radarmessung der Zivilstreife ergab am Montag: jeder Siebte ist zu schnell.

Von Helmut Mittermayr

Pflach –„Mich interessiert es nicht wirklich, ob ein paar Steeger mit 90 km/h durch Pflach fahren wollen!“ Bürgermeister Helmut Schönherr hat in den letzten Tagen einiges an Kritik von außen einstecken müssen – bleibt aber trotzdem gelassen. Die Reduzierung der Geschwindigkeit von 70 auf 50 km/h auf der so genannten Reuttener Straße ist seit Kurzem in Kraft. Nicht allen gefällt die Maßnahme, Kritik äußert sich derzeit vor allem auf Facebook. Eine extra eingerichtete Gruppe, die die Wiedereinführung von Tempo 70 forderte, hatte am Sonntag in wenigen Stunden 350 Likes, also Zustimmungen, bekommen. Die Initiative wurde aber schon Montag aus dem Netz genommen.

„Die Rückmeldungen aus der Gemeinde sind durchaus positiv. Eine wesentliche Erleichterung ist spürbar. Und nur das zählt“, erklärt Schönherr gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Der Verkehr durch Pflach habe wieder die hohe Frequenz wie vor dem Bau der Umfahrung Reutte in den 70er-Jahren erreicht gehabt. Die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der Reuttener Straße seien teils extrem hoch und weit über 70 km/h angesiedelt gewesen. Anrainer starteten vor Jahren eine Unterschriftensammlung und übergaben die 140-fache Forderung auf mehr Sicherheit und weniger Lärm dem Bürgermeister. Der Gemeinderat hat dann vor zwei Jahren einstimmig eine Temporeduktion angeregt und bei der Behörde beantragt. Denn beschließen kann dies das Ortsparlament für eine Landesstraße nicht. Die Gemeinde Pflach gab deshalb ein Privatgutachten in Auftrag, das eine Verringerung der Geschwindigkeit empfahl. Die Landesstraßenverwaltung befürwortete schließlich diesen Schritt, auch wenn es keine Unfallhäufungspunkte entlang der Strecke gibt. Die BH Reutte erließ nun die Verordnung.

Baubezirksamtsleiter Wolfgang Haas ließ als Service eine Erinnerungshilfe montieren: „Wir haben am Ortsschild extra noch eine 50er-Beschränkungs-Tafel angebracht.“ In einer Übergangsphase bis Herbst bleibt dieser zusätzliche Hinweis angebracht, um Gewohnheitstiere aufzurütteln. Haas: „Denn zwischen Ortstafeln würde ja bekanntlich sowieso 50 km/h gelten.“

Montagnachmittag führte eine Zivilstreife der Polizeiinspektion Lermoos eineinhalb Stunden lang mobile Radarmessungen an der Pflacher Landesstraße durch. Das Ergebnis: Bei 286 erfassten Bewegungen gab es 38 Übertretungen, die meisten zwischen 65 und 67 Stundenkilometer. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 87 km/h.

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