Steuern - AK rechnet vor: Trotz mehr Verdienst weniger im Börsel

Graz (APA) - „Die Republik ist in Aufruhr. Die Geduld der Arbeitnehmer geht dem Ende zu“, warnte der steirische AK-Präsident Josef Pesserl a...

Graz (APA) - „Die Republik ist in Aufruhr. Die Geduld der Arbeitnehmer geht dem Ende zu“, warnte der steirische AK-Präsident Josef Pesserl am Dienstag in einer Pressekonferenz zur „Lohnsteuerfalle“ in Graz. Vorgerechnet wurde dabei, wie seit 2010 trotz mehr Verdienst ein realer Lohnverlust von 3,2 bis 3,8 Prozent eingetreten ist. Die Kernbotschaft: Der Eingangssteuersatz müsse auf 25 Prozent gesenkt werden.

Steuerexperte Bernhard Koller veranschaulichte an Brutto-Monatseinkommen von 1.500, 2.000 und 2.500 Euro die Auswirkung der kalten Progression: Die stark ansteigende Lohnsteuer sorge dafür, dass dem Arbeitnehmer gegenüber 2010 real 44,10, 45,13 und 57,47 Euro weniger im Säckel bleiben. Aus diesem „unhaltbarem Zustand“ leitet sich die Forderung der AK nach einer Senkung des Eingangssteuersatzes von 36,5 auf 25 Prozent ab: Die dafür notwendigen 4 Mrd. Euro würden zu einem Fünftel aus dem so stimulierten Mehrkonsum kommen, der Rest müsse aus vermögensbezogenen Steuern gegenfinanziert werden, so Pesserl.

Würde nicht gegengesteuert, stiegen die Lohnsteuereinnahmen bis 2018 auf fast 32 Mrd. Euro und umfassten dann den größten Brocken der Steuereinnahmen, nämlich 35 Prozent. Dem gegenüber stünden gegenwärtig acht Prozent Körperschafts- und vier Prozent Kapitalertragssteuer. Pesserl appellierte nachdrücklich an die Regierung, die Steuerreform endlich umzusetzen: „Wenn nichts zu erreichen ist in der Richtung, wird sich die Regierung selbst ad absurdum führen“.