Europäische Börsenaufseher rügten erstmals Ratingagentur
London (APA/Reuters) - Die Europäische Börsenaufsicht ESMA hat erstmals eine Ratingagentur getadelt. Sie prangerte am Dienstag das US-Untern...
London (APA/Reuters) - Die Europäische Börsenaufsicht ESMA hat erstmals eine Ratingagentur getadelt. Sie prangerte am Dienstag das US-Unternehmen Standard & Poor‘s (S&P) wegen einer an Abonnenten verschickten E-Mail an, die in der Kopfzeile eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Frankreich suggerierte. Tatsächlich wurde die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion aber gar nicht herabgestuft.
Dennoch sorgte das Schreiben vom 10. November 2011 angesichts der Schuldenkrise für große Verunsicherung bei Investoren.
Die ESMA kritisierte fehlende interne Kontrollmechanismen bei der US-Agentur, die gemeinsam mit den heimischen Konkurrenten Moody‘s und Fitch den Markt für die Bewertung von Kreditrisiken dominiert.
S&P-Sprecher Martin Winn begrüßte, dass die Aufseher seiner Agentur keine Absicht unterstelle. „Wir haben unseren Fehler damals eingestanden“, sagte Winn. „Wir haben seither unsere Systeme verbessert, um einen solchen Vorfall in Zukunft zu vermeiden.“ S&P benötigte damals knapp zwei Stunden, um den Fehler zu korrigieren. Die Klarstellung ließ den Euro steigen.