„Fest der Freiheit“: Mehrere Gegendemonstrationen am Mittwoch geplant

Wien (APA) - Am Mittwoch wird in Wien das Burschenschaft-nahe „Fest der Freiheit“ abgehalten. Gegen die Veranstaltung sind Protestkundgebung...

Wien (APA) - Am Mittwoch wird in Wien das Burschenschaft-nahe „Fest der Freiheit“ abgehalten. Gegen die Veranstaltung sind Protestkundgebungen von linker Seite angekündigt, aber auch die Organisatoren des Fests selbst haben eine Demonstration angemeldet. Die Polizei rief im Vorfeld zum Gewaltverzicht auf, sie wird mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. In der Innenstadt sind Verkehrsbehinderungen zu erwarten.

Der Verein „Forschungsgesellschaft Revolutionsjahr 1848“ hat ab 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ins Wiener Palais Palffy am Josefsplatz geladen - Thema der Veranstaltung: „Die Grenzen der Freiheit - Metternich 2.0“. Am Podium wird u.a. der ehemalige Dritte Nationalratspräsident Wilhelm Brauneder (FPÖ) einen Vortrag zu diesem Thema halten, im Anschluss daran ist eine Diskussion geplant, wie Vereins-Obmann Peter Krüger am Dienstag gegenüber der APA sagte. Im Anschluss daran soll der Abend „gemeinsam im geselligen Rahmen“ ausklingen, wie es in der Einladung heißt.

Die geplanten Proteste gegen den von linker Seite befürchteten „Aufmarsch“ von Burschenschaftern beginnen bereits am Vormittag. Um 11.00 Uhr hat das Bündnis NOWKR, das bereits im Jänner gegen den Akademikerball in der Wiener Hofburg demonstrierte, zu einer Standkundgebung vor der Universität Wien gegen die „Schmiss-Germanen“ aufgerufen, wie es in einer Aussendung vergangene Woche hieß. Das Bündnis will damit gegen „deutschnationale Burschenschafter des WKR (Wiener Korporationsring, Anm.)“ protestierten, die sich dort jeden Mittwoch treffen und um Nachwuchs werben würden.

Um 17.00 Uhr wird - ebenfalls vor der Universität Wien - ein Demonstrationszug der „Offensive gegen Rechts“, die ebenfalls bereits im Jänner gegen den Akademikerball sowie gegen die Kundgebung der rechtsgerichteten „Identitären“ Mitte Mai aktiv war, starten. Der Demozug wird laut Polizei dann gegen die Fahrtrichtung der Ringstraße bis zum Schwarzenbergplatz führen, danach über den Stephansplatz wieder zur Universität zurück. Die Organisatoren rechnen mit 500 bis 1.000 Teilnehmern.

Auch das „NOWKR“-Bündnis hat zu Aktionen gegen das „Fest der Freiheit“ am Abend aufgerufen. „Ziel ist die Verhinderung, egal mit welchen Mitteln“, erklärte das Bündnis vergangenen Freitag dazu.

Laut Polizei haben auch die Veranstalter des „Fests der Freiheit“ eine „Marschkundgebung“ angemeldet. Beginn ist laut Polizeisprecher Johann Golob um 17.30 Uhr. Diese soll vom Veranstaltungsort Josefsplatz durch die Herrengasse bis zum Niederösterreichischen Landhaus führen. Der Anmelder rechnet laut Polizei mit bis zu 500 Teilnehmern, die Abschlusskundgebung ist demnach um 23 Uhr geplant.

Die Polizei appelliere an alle Kundgebungsteilnehmer, auf Gewalt zu verzichten, sagte Golob. „Wir setzen voll auf Dialog und Deeskalation.“ Es werden „zig hunderte Beamte“ im Einsatz stehen, auch aus den Bundesländern. Gleichzeitig wies Golob darauf hin, dass die Polizei im Notfall auch durchgreifen werde, sollte Gewalt angewendet werden. Er verwies u.a. auf die Pflicht der Exekutive, das verfassungsgemäße Recht auf Versammlungsfreiheit zu schützen. Die Exekutive rechnet mit Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt ab etwa 17.00 Uhr, es wird auch zu temporären Sperren des Rings kommen.

Neben den beiden Demonstrationszügen sind auch acht Standkundgebungen angemeldet. So werden etwa zahlreiche Organisatoren der Initiative „Jetzt Zeichen setzen“ zwischen 15.00 und 18.00 Uhr bei Standkundgebungen Info-Material über Burschenschaften verteilen - und zwar am Morzinplatz, am Stephansplatz und vor dem Republikdenkmal beim Palais Epstein.