Widerstand gegen polizeiliches Demonstrationsverbot in Nigeria

Abuja (APA/AFP) - Nach dem Verbot von Demonstrationen für die Freilassung der von Islamisten verschleppten Schülerinnen in Nigeria planen di...

Abuja (APA/AFP) - Nach dem Verbot von Demonstrationen für die Freilassung der von Islamisten verschleppten Schülerinnen in Nigeria planen die Befürworter der Kundgebungen Gegenwehr. Eine für Dienstag geplante Demonstration sei zwar abgesagt worden, teilten die Aktivistinnen mit. Sie wollten aber gemeinsam mit ihren Anwälten vor Gericht ziehen, um gegen das Demonstrationsverbot zu protestieren.

Die Polizei in der nigerianischen Hauptstadt Abuja hatte das Verbot am Montag erlassen. Sie rechtfertigte die Maßnahme mit „Sicherheitsgründen“. Unterstützer der mehr als 200 Mitte April entführten Mädchen bezeichneten das Verbot in sozialen Medien als politisch motiviert.

Die islamistische Gruppierung Boko Haram hatte im nordöstlichen Bundesstaat Borno insgesamt 276 Schülerinnen entführt, von denen nach wie vor 219 vermisst werden. Es gibt Vermutungen, dass die Mädchen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren in Nachbarländer verschleppt oder verkauft wurden.

Das Schicksal der Nigerianerinnen löste eine weltweite Kampagne mit dem Namen „Bring Back Our Girls“ (Bringt unsere Mädchen zurück) in sozialen Netzwerken aus. In Abuja gab es in den vergangenen Wochen häufig wütende und lautstarke Proteste, um Druck auf die Regierung zur Suche nach den Mädchen zu machen.

Boko Haram kämpft seit Jahren für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Die Gruppe verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Der Name Boko Haram bedeutet übersetzt etwa: „Westliche Bildung ist Sünde.“