Dämme sollen Ortskern vor Hochwasser schützen
2,8 Mio. Euro würde es kosten, Schönwies hochwassersicher zu machen. Berechnungen färben den Dorfkern im Gefahrenzonenplan gelb.
Von Matthias Reichle
Schönwies –Ein großer Teil des Schönwieser Dorfkerns unter Wasser, Pegelstände von einem bis zwei Meter, Bäche und Seen, wo vorher Straßen, Gärten und Äcker und Wohnhäuser waren. „Es war für mich schockierend“, meinte der Schönwieser Bürgermeister Willi Fink über dieses Szenario, das im Fall eines hundertjährlichen Hochwassers für seine Gemeinde wahr werden würde. Der Inn sucht sich ein neues Bett.
Bereits im vergangenen Sommer präsentierten das Wasserbauamt und die Abteilung Schutzwasserwirtschaft eine Studie, die weitreichende Konsequenz für Schönwieser Häuslbauer hat. Hintergrund ist die Neuberechnung der Hochwassersituation des Inns. Laut den Daten würde ein großer Teil von Schönwies im Gefahrenzonenplan in die gelbe Zone rutschen. Areale des Speckproduzenten Handl könnten sich sogar rot färben. „Nicht der Plan ist die Gefahr, sondern das Hochwasser. Letztlich geht es darum, im Vorfeld einer möglichen Katastrophe Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, erklärte Reinhard Carli von Werner Consult bei der Präsentation.
Dann nämlich würde der Fluss nach der Schleife über die Ufer treten und auch Wohngebiet erreichen. Der Schönwieser Bevölkerung reichten die Experten gleich das „Antiserum zu diesem Schreckensszenario“ nach. Und zwar in Form eines eineinhalb Kilometer langen Schutzdammes bzw. einer Schutzmauer. 2,8 Mio. Euro soll es laut ersten Schätzungen kosten, Rot und Gelb wieder in Weiß umzufärben. Begonnen werden kann damit frühestens im Winter 2015/16, rechnete Lukas Umach vom Land. Verhandlungen mit Grundeigentümern könnten das noch verzögern. Eine echte Herausforderung fürs Budget, urteilte der Bürgermeister – auch wenn der Bund zwischen 75 und 85 Prozent der Kosten übernimmt.
Er will die Idee eines Hochwasserverbandes weiterverfolgen, der die Belastungen auf mehrere Schultern verteilt. Auch die Asfinag wurde ins Gespräch gebracht, da die Autobahn die Situation verschärft. Für die Häuslbauer hat die Studie Konsequenzen. Hausbesitzern, die in der gelben Zone liegen, passiere hingegen nichts, sagt Reinhard Böss vom Baubezirksamt, erst wenn sie einen Um- oder Zubau planen, müssten sie auf die veränderte Situation reagieren.