Hypo Alpe Adria - Neuer Aufsichtsrat sucht neuen Chief Risk Officer
Wien/Klagenfurt (APA) - Der frisch gewählte Hypo-Aufsichtsratschef, Herbert Walter aus Deutschland, hat zwei große Brocken zu heben. Die Hyp...
Wien/Klagenfurt (APA) - Der frisch gewählte Hypo-Aufsichtsratschef, Herbert Walter aus Deutschland, hat zwei große Brocken zu heben. Die Hypo ist in einen Abbauteil und das Balkannetzwerk zu trennen, um die fünf Südosteuropatochter zu verkaufen. Dann geht es darum, die Bad Bank „so wertschonend als möglich“ abzubauen. Wie lange der Abbau dauert, „kann man jetzt noch nicht sagen“, so Walter Dienstagabend vor Journalisten.
Gesucht wird auch ein neuer Risikovorstand. Derzeit übt der Vorstandsvorsitzende Alexander Picker diese Funktion aus.
Ziel für die Abwicklungseinheit (rund 16 Mrd. Euro), in die dem Vernehmen nach auch die Hypo-Italientochter kommt, sei, diese neben einer Werterhaltung in einen kontrollierten Prozess zu bringen. „Dann kann über einige Jahre gut gemanagt abgebaut werden“, so Walter, der sich die Angebote für die Südosteuropatöchter (rund 8 Mrd. Euro) „noch nicht ganz genau angeschaut“ hat. 4.000 der rund 6.000 Mitarbeiter sollen in den Balkantöchtern bleiben. Die restlichen 2.000 müssen sich quasi selbst abwickeln.
Die Qualität der Angebote für das Balkannetzwerk sei noch nicht einschätzbar. Intensiv werde man sich in den kommenden „zwei drei Monaten“ damit befassen. Walter sprach insgesamt von einer „herausfordernden Aufgabe“.
Bis zum Ende des Jahres will Walter „jede Woche zur Hälfte in Wien und Klagenfurt“ verbringen. Der 60-Jährige bekommt 100.000 Euro pro Jahr plus 1.500 pro Monat für Büro-Spesen. Als nächstes ist in den kommenden Wochen ein „Workshop“ geplant, um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, so Walter.
Der 64 Jahre alte Wolfgang Hartmann, Walters ebenso neuer Stellvertreter, Finanzexperte und derzeit an der Universität von Texas tätig, sagte über die Hypo: „Die Einnahmen decken nicht die Kosten.“ Also werde der „ganze Spaß“ immer teurer, je länger man zuwarte. Bei den Mitarbeitern gehe es nun auch darum, wie jene, die in die Abwicklungsgesellschaft kommen, diese kompetent betreuen - für optimale Ergebnisse für die Steuerzahler. „Das haben wir vor uns - vorausgesetzt, die Südosteuropa-Tochter wird verkauft.“ Hartmann will für seine neue Aufgabe wieder nach Deutschland ziehen, die Verbindungen nach Österreich von dort aus seien gut.
Vorstandschef und zugleich Chief Risk Officer - „Das geht gar nicht“, sagte Hartmann zur Doppelfunktion von Vorstandschef Picker auch als Risikovorstand. „Wir brauchen einen eigenen neuen Chief Risk Officer, der zuerst in beiden Einheiten und dann in der Abbaueinheit werkt. Der Vorstandsvorsitzende Picker (Alexander, Anm.) sieht das selber so“, fügte Walter hinzu.
Für die Spaltung der Hypo in Abbau- und Südosteuropaeinheit ist noch ein Sondergesetz vor dem Sommer notwendig, das kommenden Dienstag durch den Ministerrat soll.
~ WEB http://www.hypo-alpe-adria.com ~ APA527 2014-06-03/18:05