6B47 Real Estate holt sich frisches Geld für Immo-Investitionen

Wien (APA) - Der Immobilien-Entwickler 6B47 Real Estate holt sich frisches Kapital für weitere Investitionen. Über eine Kapitalerhöhung soll...

Wien (APA) - Der Immobilien-Entwickler 6B47 Real Estate holt sich frisches Kapital für weitere Investitionen. Über eine Kapitalerhöhung sollen 15 Mio. Euro hereinkommen, weitere 10 Mio. Euro durch eine Unternehmensanleihe, sagte CEO Peter Ulm im APA-Gespräch. Gehebelt sollen so 350 Mio. Euro Neuvolumen mobilisiert werden, bisher wurden schon 530 Mio. Euro in Projekte gesteckt.

Mit den neuen Mitteln könne die Gruppe ihr Wachstum in den nächsten Jahren fortsetzen und die Effizienz steigern, so Ulm. Durch private Geldgeber würden die 25 Mio. Euro frisches Kapital zunächst einmal vervierfacht, da an den einzelnen Vorhaben die 6B47 üblicherweise nur zu einem Viertel selbst beteiligt ist. Samt Fremdkapital stünden letztlich 350 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Anleihen werden via Private Placement offeriert, die Verzinsung bewege sich in einem bei mittelständischen Corporate Bonds üblichen Ausmaß. Durch die in die Kapitalrücklage gebuchte Kapitalerhöhung werde sich das Eigenkapital von 6B47 ungefähr verdoppeln, so Ulm.

Gerichtet ist die Kapitalerhöhung an neue Gesellschafter, die in den Kreis der Eigentümer der 6B47 Real Estate Investors AG neu einziehen werden. Derzeit sind die Haupteigner Ex-ÖBB-Chef Martin Huber und der Bauexperte Erwin Krause mit je rund 30 Prozent, Ulm hält knapp ein Zehntel, weitere vier Gesellschafter den Rest. Um noch transparenter zu werden, hat man auf die AG die früher darunter geschaltete operative 6B47 Real Estate Investors GmbH verschmolzen, unter der dann die Projektfirmen angesiedelt waren.

Voriges Jahr hat 6B47 insgesamt 160 Mio. Euro neu investiert, womit man jetzt, rund fünf Jahre nach der Gründung, bei 530 Mio. Euro Volumen hält. An den Projekt-GmbHs halten üblicherweise 75 Prozent betuchte Geldgeber, die Mitglied im Investment Club der Gruppe sind, der Rest ist 6B47-Eigenkapital. Im Club ist man ab 250.000 Euro Investment dabei, im Schnitt werden rund 400.000 Euro lockergemacht.

60 Prozent des Invest-Volumens stecken aktuell in Deutschland, circa 40 Prozent in Österreich, allerdings nimmt man jetzt Polen wieder stärker ins Visier. 6B47 als Wohnungs- und Büroentwickler setzt in Deutschland vor allem auf Mieteinheiten - derzeit befinden sich etwa allein in Frankfurt 600 in Bau, weitere 600 in Entwicklung -, in Österreich primär auf Eigentumswohnungen. Hier sollen sich die Preise, um für eine breitere Kundengruppe leistbar zu sein, nicht über 3.500 bis 4.000 Euro je Quadratmeter bewegen.

Bei Mietwohnungen in Deutschland zielt man auf 10 Euro/m2 monatliche Netto-Kaltmiete ab - freilich sei die Tendenz hier steigend, sagt Ulm. Für die Eigentumspreise sieht er kein dramatisches Wachstum mehr, eher eine Stabilisierung. Ein unbeschränktes Preiswachstum könne es speziell im Bereich 500.000 bis 1 Mio. Euro nicht geben, da es hier keine entsprechenden Einkommenszuwächse gebe. Immobilien als Veranlagungskategorien seien jedoch beliebter denn je - hier sei das Geld solide geparkt.

In Deutschland geht 6B47 heuer neue Wege und investiert erstmals außerhalb der sieben Metropolen des Landes. Dabei handelt es sich um Uni-Städte ab 150.000 Einwohnern, für die ein Bevölkerungswachstum erwartet wird. Ein erstes Projekt in Ingolstadt wurde schon gesichert.

Der Veranlagungshorizont für die privaten Investoren ist auf maximal 24 bis 48 Monate ausgerichtet, die Projekte werden also relativ rasch „gedreht“. So wurden 2013 Projekte in Wien, Stuttgart und Frankfurt im Wert von rund 140 Mio. Euro veräußert. Rechnen können die Privatinvestoren mit Eigenkapitalrenditen von circa 12 Prozent jährlich vor Steuern. An Neuinvestments plant 6B47 für 2014 rund 40 bis 50 Mio. Euro an Eigenkapital, zuzüglich der Investoren-Mittel ist es dann das Vierfache. Voriges Jahr wurden neue Projekte für 165 Mio. Euro erworben, aktuell hat man 23 Vorhaben in Umsetzung.

Frischen Wind möchte 6B47 in die Polen-Aktivitäten bringen und hat dazu jüngst einen Vertrag mit einem „starken, erfahrenen Partner“ abgeschlossen, so Ulm. Die großen Märkte Warschau, Breslau, Krakau und Danzig seien liquide und die Büroleerstände im Sinken. In Polen werde der Fokus eher auf Büros als auf Wohnungen liegen.