Landespolitik

Manche haben jetzt weniger Holz vor der Hütte

In Nauders haben einige Bauern ihr Gratis-Holz voriges Jahr noch rasch abgeholt. Andere ärgern sich jetzt wegen der neuen Bestimmungen.

Von Helmut Wenzel

Nauders –Sie sind nicht unbedingt Waldbesitzer, sondern nur Besitzer von Holzbezugsrechten – die so genannten „Eingeforsteten“. Im waldreichen Bezirk Landeck gibt es Hunderte „eingeforstete“ Bauern bzw. Mitglieder von Agrargemeinschaften.

In Nauders sorgen die neuen rechtlichen Bestimmungen zum Holzbezug für einiges an Aufregung. „Einige haben sich das ihnen zustehende Holz voriges Jahr noch rechtzeitig geholt. Andere hingegen haben ihre Bezugsrechte angespart, sie sind jetzt die Dummen“, ärgert sich einer der „Eingeforsteten“ (Name der Red. bekannt). Das Bezugsrecht sei jetzt verfallen, das Guthaben werde keinesfalls ausbezahlt. „Das ist eine ungerechte Sache, offenbar sind einige über die neue Rechtslage informiert worden, andere aber nicht.“

Laut Bernhard Walser, Leiter der Agrarabteilung des Landes, hat Nauders eine Gemeindegutsagrargemeinschaft – mit einer Nutzfläche von 2302 Hektar. Für die Berechtigten gibt es jährlich 4,9 Meter Brennholz und zwei Meter Nutzholz. „Es handelt sich um öffentliches Recht“, betont Walser. Im Jänner 2014 habe die Agrarbehörde die Richtlinien auf Grund eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes festgelegt. „Das Bezugsrecht ist jetzt auf den historischen Haus- und Gutsbedarf beschränkt“, so Walser. Voraussetzung für Brennholz sei eine Feuerstelle, Nutzholz gebe es für den Bau eines Stadels, Dach-stuhls oder von Ähnlichem.

Den Vorwurf, dass einige „informierte Agrarmitglieder“ bevorzugt worden sind, weist Landecks Bezirksbauernobmann Elmar Monz zurück. „Vielleicht gibt es einige, die voriges Jahr noch Glück gehabt haben. Aber von der Gesetzesnovelle hat niemand gewusst. Aus meiner Sicht ist das letzte Wort jedenfalls noch nicht gesprochen.“ Man müsse abwarten, bis die Novelle rechtskräftig wird. Er gehe aber nicht davon aus, dass ein „Holzguthaben“ verfällt. Zudem könnten Vereinbarungen mit dem Agrarausschuss der Gemeinde Nauders getroffen werden.

Der Nauderer Bürgermeister und Agrarobmann Robert Mair erklärte: „Wir setzen nur die gesetzlichen Vorgaben um. Niemandem wird etwas weggenommen.“ Dass sich in der Vergangenheit einige Mitglieder zu viel Holz geholt hätten, könne er allerdings nicht ausschließen. „Auf jeden Fall ist die neue Regelung gerecht.“ Der Unsitte, dass einige ihr „Gratis-Holz“ weiterverkauft haben, sei jetzt ein Riegel vorgeschoben.

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