Kein klarer Sieger bei Kommunalwahlen in Südkorea

Seoul (APA/dpa) - Bei den Kommunalwahlen in Südkorea hat es keinen klaren Sieger gegeben. Trotz Kritik am staatlichen Krisenmanagement nach ...

Seoul (APA/dpa) - Bei den Kommunalwahlen in Südkorea hat es keinen klaren Sieger gegeben. Trotz Kritik am staatlichen Krisenmanagement nach dem verheerenden Fährunglück im April konnte die konservative Saenuri-Partei von Präsidentin Park Geun-hye bei der Wahl am Mittwoch acht von 17 der wichtigsten Bürgermeister- und Gouverneursposten für sich entscheiden.

Die größte Oppositionspartei Neue politische Allianz für Demokratie (NPAD) kam auf neun. Das ging aus den am Donnerstag von der staatlichen Wahlkommission veröffentlichten Ergebnissen hervor.

Auch wegen des Schiffsunglücks galten die Wahlen als wichtiger Stimmungstest für die Regierung unter Park, die seit Ende Februar 2013 im Amt ist. Die Regierung war wegen des Untergangs der Fähre „Sewol“ am 16. April vor der Südwestküste stark in die Kritik geraten. Park hatte sich mehrmals für die Reaktion der Behörden auf das Unglück entschuldigt, bei dem mindestens 288 Menschen ums Leben kamen. Noch immer gelten 16 der ursprünglich 476 Insassen als vermisst. Die allgemeine Sicherheit wurde zu einem beherrschenden Wahlkampfthema.

Auch das Bürgermeisteramt in der Hauptstadt Seoul ging an die sozialliberale NPAD. Deren Kandidat Park Won-soon wurde wiedergewählt. „Das ist ein Sieg aller Bürger, die fundamentale Veränderungen nach dem Sewol-Fährunglück gefordert haben“, sagte der 58-jährige Park im südkoreanischen Fernsehen. Führende Vertreter der Saenuri äußerten sich angesichts des knappen Wahlergebnisses erleichtert. „Ich glaube, wir haben uns selbst angesichts der Sewol-Katastrophe gut verteidigt“, sagte Partei-Generalsekretär Yoon Sang-hyun vor Journalisten in Seoul.

Der Wahlausgang wurde nach Meinung von Beobachtern auch sehr stark davon bestimmt, dass das Regierungs- und Oppositionslager in ihren jeweiligen regionalen Hochburgen gewannen. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben der Wahlkommission bei unter 60 Prozent. Trotzdem waren die 56,8 Prozent der höchste Wert seit den ersten Kommunalwahlen 1995. Gewählt wurden auch Stadt- und Gemeinderäte.