Innsbrucker sind Metastasen auf der Spur
Tiroler Forscher haben einen wichtigen Mechanismus bei der Metastasenbildung entschlüsselt.
Innsbruck – Beginnen Krebszellen eines Tumors zu wandern und bilden an einem anderen Ort im Körper Tochtergeschwulste (Metastasen), verschlechtert das die Überlebenschancen des Patienten massiv. Forscher wollen diese Vorgänge entschlüsseln, um daraus einmal Therapien entwickeln zu können. Zellbiologen der Medizin-Uni Innsbruck ist es jetzt tatsächlich gelungen herauszufinden, was Krebszellen dazu veranlasst, auf Wanderschaft zu gehen.
Transportvehikel (Endosome) bringen dazu einen Proteinkomplex namens p14-MP1 an den Rand der Zelle, der dort den Auf- oder Abbau von Verankerungen veranlasst – wie Haftfüßchen oder Saugnäpfe. Wird die Verankerung abgebaut, löst sich die Zelle und geht auf Wanderschaft. Wird der Einweißkomplex jedoch ausgeschaltet, bauen sich diese Haftfüßchen gar nicht mehr oder nur verlangsamt ab. Die Zelle bleibt am Untergrund kleben und kann sich nicht zielgerichtet fortbewegen.
Das berichten Natalia Schiefermeier und Julia Scheffler im aktuellen The Journal of Cell Biology. Die Zellbiologinnen haben dazu im Rahmen des Sonderforschungsbereichs von Lukas Huber den Vorgang an Lebendzellen beobachtet und biochemisch untersucht. Die Erkenntnis könnte sich bei „metastasierenden Tumoren, aber auch bei der Wundheilung, therapeutisch nutzen lassen“, betont Huber, Direktor des Biozentrums. Das Fachmagazin würdigt die Innsbrucker Entdeckung jedenfalls mit Titelblatt und seinem Editorial. (sta)