Wild verursacht laut Experten Probleme mit Waldverjüngung in Tirol
Innsbruck (APA) - Im gesamten Nordalpenraum kommt es durch den starken Wildeinfluss zu Problemen mit der Waldverjüngung. Dies erklärte Tirol...
Innsbruck (APA) - Im gesamten Nordalpenraum kommt es durch den starken Wildeinfluss zu Problemen mit der Waldverjüngung. Dies erklärte Tirols Landesforstdirektor Josef Fuchs am Donnerstag bei der Präsentation des Waldberichts 2014 in Innsbruck. Viele der heimischen Baumarten wie Tanne, Buche oder Ahorn seien sehr verbissempfindlich, deshalb bleibe oft nur mehr die weniger empfindliche Fichte übrig, fügte er hinzu.
Derzeit gebe es in Tirol durchaus Regionen mit zu viel Wild. „Das liegt unter anderem daran, weil der Lebensraum des Wildes, vor allem im Winter, zunehmend eingeschränkt wird“, sagte der Landesforstdirektor. Aufgrund der intensiven Naturraumnutzung durch Skitourgehen oder Schneeschuhwanderer fühle sich das Wild oft bedrängt und ziehe sich in einzelne Gebiete zurück.
Trotzdem hält der Landesforstdirektor Verbotszonen nicht für sinnvoll. „Der Wald muss für alle frei begehbar bleiben. Wir brauchen aber eine Entflechtung der konkurrenzierenden Nutzung“, meinte Fuchs. Durch die Schaffung von Angeboten für die Freizeitsportler und neue Fütterungskonzepten für das Wild, könne man das Problem in den Griff bekommen.
Dem Tiroler Wald gehe es dennoch sehr gut. Das Waldsterben sei überwunden und der Forst breite sich wieder aus. „Wir sind froh über den derzeitigen Zustand des Waldes“, betonte Fuchs. Ziel sei es in Tirol gut gemischte Wälder mit viel Biodiversität zu erreichen, um auch den Anforderungen der Schutzwirkung des Waldes gerecht zu werden, fügte er hinzu. 13 Millionen Euro, sieben davon aus öffentlicher Hand, seien im vergangen Jahr in die Erhaltung des Schutzwaldes investiert worden.
In Tirol gibt es insgesamt 524.000 Hektar Wald. 150.000 Hektar davon sind Wirtschaftswald und 374.000 Hektar Schutzwald. Im vergangenen Jahr wurden rund 1,8 Millionen Pflanzen aufgeforstet.