Medwedew wirft G-7 im Ukraine-Konflikt „Zynismus“ vor

Moskau/Brüssel (APA/AFP) - Russland hat der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G-7) im Ukraine-Konflikt „Zynismus“ vorgeworfen. ...

Moskau/Brüssel (APA/AFP) - Russland hat der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G-7) im Ukraine-Konflikt „Zynismus“ vorgeworfen. Wenn die „sogenannte“ G-7 das Vorgehen der ukrainischen Armee gegen Separatisten im Osten des Landes als „maßvoll“ bezeichne, zeuge dies von „maßlosem Zynismus“, sagte der russische Regierungschef Dmitri Medwedew am Donnerstag in Moskau.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Russland der ukrainischen Armee vorgeworfen, gegen die Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Konflikten zu verstoßen. „Die Menschen sind verängstigt und entsetzt, aber die ukrainischen Behörden sehen kein humanitäres Problem und sagen, es gäbe keine Flüchtlinge - das ist natürlich eine Lüge“, sagte Medwedew nun. Täglich suchten allein in der russischen Grenzregion Rostow am Don etwa 5000 Ukrainer Zuflucht vor den Kämpfen in ihrer Heimat. 4000 Ukrainer hätten bereits die Anerkennung als Flüchtling beantragt, fügte er hinzu.

Die G-7 hatte Russland zuvor aufgerufen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in der Ukraine vor eineinhalb Wochen anzuerkennen, seine Streitkräfte „vollständig“ von der ukrainischen Grenze zurückzuziehen sowie den „Zustrom von Waffen und Aktivisten“ in die Ukraine zu stoppen. Zugleich drohte die Gruppe der führenden Industriestaaten mit weiteren gezielten Sanktionen gegen Russland. Die ukrainische Regierung riefen die G-7 auf, durch ein „maßvolles“ Vorgehen Recht und Ordnung im Osten des Landes wiederherzustellen.