Formel 1

Silbernes Stallduell geht in Kanada in die nächste Runde

Das Duell der Formel-1-Saison: Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg.
© Reuters

Auch beim Formel-1-Grand-Prix von Kanada steht der Kampf zwischen den Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Mittelpunkt.

Montreal – Der Feind in meinem Bett! Das Psycho-Duell zwischen den beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton beherrscht 2014 den Formel-1-Zirkus. Nachvollziehen kann das auch Christian Klien. Der Österreicher musste seinerzeit bei Red Bull um ein Cockpit kämpfen. Obwohl der „Krieg der Sterne“ in Kanada weiter geht, plädiert Klien für Fairness. „Überzeugen sollte man durch Leistung.“

Dass das WM-Duell im überlegenen Mercedes zwischen Rosberg und Hamilton aufbrechen musste, liegt auch für Klien auf der Hand. Und ist auch okay. „Ein Glück. Das ist doch das Spannende, das wir derzeit haben.“

Formel 1 in Kanada

Freitag: Erstes Freies Training (16 Uhr), Zweites Freies Training (20 Uhr)

Samstag: Drittes Freies Training (16 Uhr), Qualifying (19 Uhr)

Sonntag: GP von Kanada (20 Uhr).

Hamilton hat die aktuelle Missstimmung nach den Untergriffen beim Monaco-Grand-Prix zwar für beendet erklärt und will in Kanada wieder sportlich überzeugen. Auf dem Circuit Jacques Villeneuve hat der emotionale Engländer im Gegensatz zu Rosberg mit drei Siegen eine starke Bilanz. Dort feierte er 2007 auch seinen ersten GP-Triumph. Ein Jahr später war er auch Weltmeister. Rosberg ist in Montreal noch nie auf das Podest gekommen.

Hamilton hat zudem Stallkriege wie jenen bei McLaren gegen Fernando Alonso schon hinter sich und kennt die Spielchen. Jetzt ist Rosberg der Mann, den er übertrumpfen muss. „Spätestens in Monaco haben beide die Ellbogen ausgefahren. Und nun versucht jeder, seine Trick auszupacken“, ist Klien bewusst.

Auch Gerhard Berger fürchtet Schlimmstes. „Man erkennt ganz klar, dass die Spielchen jetzt losgehen. Das gehört dazu und ist Rennsport auf höchstem Niveau“, erklärte der frühere Teamkollege von Ayrton Senna.

Der Tiroler hatte in Monaco beim gemeinsamen Abendessen schon bemerkt, wie sehr es brodelt. „Die Nadelstiche kommen unentwegt. In den nächsten Rennen werden wir eine Explosion erleben“, glaubt Berger, dass das alles erst der Anfang war.

Mercedes hat freilich zuletzt nochmals verdeutlicht, dass alles seine Grenzen hat. Man wolle sich weder die WM noch den Ruf gefährden lassen, betont Motorsportchef Toto Wolff bei allem Verständnis für seine beiden Fahrer immer wieder, dass die Piloten Angestellte sind und vor allem das Team zähle.

Rosberg und Hamilton kämpfen freilich alleine deshalb mit offenem Visier, weil jetzt die Weichen für den späteren Saisonverlauf gestellt werden. „Momentan sind sie ja quasi punktegleich. In der zweiten Saisonhälfte wird aber das Team irgendwann mal auf einen Piloten setzen müssen“, ist Klien sicher.

„Auch weil in Kanada aggressives Fahren belohnt wird, wird Hamilton etwas im Vorteil gesehen. Auf der schmalen Insel Notre Dame gehen sich nur lange Geraden und scharfe Kurven aus, das ist nicht nur perfekt für die beiden starken Mercedes, sondern vor allem für Hamiltons Fahrstil.

Noch nie hat heuer ein Mercedes-Pilot als WM-Leader gewonnen. Nach seinem Auftaktsieg in Melbourne hatte Rosberg erst mit seinem zweiten Saisonerfolg vor zwei Wochen in Monaco wieder die Führung übernommen, dazwischen siegte Hamilton vier Mal in Folge. Vor dem siebenten Saisonlauf liegt Rosberg vier Punkte vor Hamilton. Geht die Serie weiter, wäre Verfolger Hamilton in Kanada also wieder mit dem Siegen dran. (APA)