Jubiläum der Zahnradbahn mit viel Zukunftsmusik
E-Triebwagen der Appenzeller Bahnen stand zum 125. Geburtstag in Remise der Achenseebahn. Eine Gleisverlängerung ist geplant.
Von Walter Zwicknagl
Jenbach –Innerhalb von acht Monaten wurde die Bahnstrecke der Achenseebahn zwischen Jenbach und der Südspitze des Achensees vor 125 Jahren gebaut worden. Und schon am 6. Juni 1889 befuhr der Zug mit vielen Ehrengästen an Bord die Steilstrecke. Mit einem Salonwagen und einem Personenwagen keuchte auch gestern zum Jubiläum eine Garnitur nach Seespitz. Getafelt wurde nach der Fahrt mit St. Josef, dem Oldtimer der Achenseeflotte, dann in Pertisau nach der Menükarte von anno dazumal.
Nicht nur einmal war beim Festakt von Expansionsplänen die Rede. Und dabei wurde der Einsatz von Elektrotriebwagen der Appenzeller Bahnen, die ab 2017 an die Achenseebahn abgegeben werden könnten, angesprochen. „Drei bis fünf Fahrzeuge könnten wir entbehren, weil es bei uns eine Neuausrichtung gibt“, ließ Direktor Thomas Baumgartner auf Anfrage der TT wissen. Samt Führungsteam war er vor Ort und hatte einen E-Triebwagen auf die Einmeterspur der Achenseebahn gestellt.
Schmackhaft wollte den Ehrengästen diese Idee Vorstand Georg Fuchshuber machen. „Da kämen wir in acht Minuten mit einer Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern auf der bestehenden Zahnstange von Jenbach nach Eben“, meinte er und verwies auch auf ein weiteres künftiges Standbein, einen bahneigenen Busverkehr. „Hätte es seinerzeit schon EU-Normen gegeben, hätten wir am Jenbacher Bahnhof nicht drei Spurweiten“, meinte LHStv. Josef Geisler. Aus seiner Sicht sei die Weiterentwicklung der Bahn eine anspruchsvolle Aufgabe. Von einem dampfenden und zischenden Aushängeschild des Ortes sprach der Jenbacher Vizebürgermeister Erich Rainer. Sein Appell an die Bahnverantwortlichen war unüberhörbar: Nach den Turbulenzen in den vergangenen Monaten seien persönliche Befindlichkeiten in den Hintergrund zu rücken und das Handeln einzig und allein am Fortbestand und der Weiterentwicklung der Achenseebahn zu orientieren. Ein Ehrengeschenk gab es für die Jenbacher Feuerwehr unter Kommandant Karl Knoflach. Ein gerechtfertigter Dank – denn öfters müssen die Florianjünger in Sachen Bahn ausrücken. Gefeiert wird noch bis zum Montag. Zwei Buchpräsentationen und eine Loktaufe stehen auf dem Programm.