Mercedes-Absatz wuchs im Mai zweistellig

Hamburg/Stuttgart (APA/Reuters) - Der deutsche Autobauer Daimler hält das Tempo beim Pkw-Verkauf hoch. Im vergangenen Monat sei der Absatz w...

Hamburg/Stuttgart (APA/Reuters) - Der deutsche Autobauer Daimler hält das Tempo beim Pkw-Verkauf hoch. Im vergangenen Monat sei der Absatz weltweit erneut zweistellig gewachsen, sagte von Vertriebschef Ola Källenius am Donnerstag in Hamburg. Vor allem die neue C-Klasse und der Kompaktwagen GLA, die in diesem Jahr in den Handel kamen, seien gefragt. „Die laufen hervorragend“, ergänzte der Schwede.

Mit dem GLA bietet Mercedes erstmals einen kleinen Geländewagen an - wie ihn BMW mit dem X1 schon länger im Programm hat. „Der GLA ist ein neues Segment - dass es da abgeht wie die Post, ist ja klar“, sagte der Vertriebschef. Die genauen Mai-Absatzzahlen werden am Freitag veröffentlicht. In den ersten vier Monaten hatte die Marke mit dem Stern die Verkaufszahlen um 15 Prozent auf ein Rekordhoch von insgesamt 507.000 Fahrzeugen gesteigert.

Die C-Klasse und Kompaktwagen wie A- und B-Klasse oder GLA sollen auch im Mittelpunkt eines neuen Vertriebskonzepts stehen, das Källenius in Hamburg vorstellte. Erstmals eröffnet der Autobauer in Innenstadtlage einen Mercedes-Laden, bei dem der Autoverkauf gar nicht im Mittelpunkt steht. Die Schwaben wollen die Kundschaft mit einem Bistro, Ausstellungen und Veranstaltungen locken. Nur ein einziges Auto wird ausgestellt, andere Modelle können nur per Bildschirm präsentiert werden. Bei Bedarf steht außerdem eine Hand voll Kompaktwagen bereit für Probefahrten. Bisher hatte Mercedes ebenso wie BMW oder Audi bereits Marken-Läden in Innenstadtlagen - allerdings ohne Gastronomie oder Veranstaltungen.

Das neue Ladenkonzept gehört zu der im März vorgestellten Marke „Mercedes me“. Mit dieser bündelt Mercedes alle Dienstleistungen rund ums Auto - Finanzierung, Versicherung, Pannenhilfe, Wartung, Car-Sharing oder Apps, die dem Kunden den schnellsten Weg von A nach B einschließlich Nahverkehrs-Ticket weisen. Die Rivalen aus München bieten unter dem Titel „BMW i“ ein vergleichbares Mobilitätskonzept.

Mit den schicken Läden und Mobilitätsangeboten gehen die Premiumhersteller neue Wege, um die Kunden an sich zu binden. Denn die junge Generation informiere sich über ihr Wunschauto im Internet, statt ins Autohaus im Gewerbegebiet zu gehen. Oder sie verzichtet in Großstädten auf ein eigenes Auto, will aber bei Bedarf flexibel eines parat haben.

„Es geht viel stärker um das Kauferlebnis, als sich nur mit den Produkten zu beschäftigen“, sagte Peter Fuß, Autoexperte bei der Unternehmensberatung Ernst & Young. Ob BMW oder Mercedes erfolgreicher mit dem neuen Vertriebskonzept sei, lasse sich nach der kurzen Zeit noch nicht sagen. Nicht absehen lässt sich auch, ob mit den Service-Paketen Geld verdient werden kann oder es überwiegend ein Marketing-Aufwand bleibt. „Einzelne Bestandteile können profitabel sein - aber es kommt darauf an, wie erfolgreich sie sind“, sagte etwa Carsten Kahner, Partner von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Auch Källenius bleibt vorsichtig: „Es geht vor allem um Marketing und die Loyalität des Kunden - aber es gibt auch eine Chance zur Erlössteigerung.“

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