Golan - Kleiner Landstrich sorgt seit Jahrzehnten für Konflikte

New York (APA) - Der dünn besiedelte, hügelige Landstrich der Golan-Höhen ist seit Jahrzehnten umstrittenes Gebiet. Das auf bis zu tausend M...

New York (APA) - Der dünn besiedelte, hügelige Landstrich der Golan-Höhen ist seit Jahrzehnten umstrittenes Gebiet. Das auf bis zu tausend Meter Seehöhe gelegene, 1.150 Quadratkilometer große Areal liegt in der syrischen Provinz Quneitra. Die westlichen zwei Drittel dieser Landschaft werden seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt. Heute leben am Golan rund 20.000 jüdische Siedler und etwa soviele Syrer.

1967: Während des Sechs-Tage-Krieges erobert Israel die Golan-Höhen. Der UNO-Sicherheitsrat fordert Israel zum Rückzug auf und betont die Unzulässigkeit der Eroberung.

1973: Im Yom-Kippur-Krieg kann Syrien Teile des Gebietes zurückerobern, wird in der Folge jedoch hinter die Grenzen von 1967 zurückgedrängt.

1974: Im Mai können die Vereinten Nationen beide Länder zur Unterzeichnung eines Teilungsabkommens bewegen. Gleichzeitig wird durch die Resolution 350 die United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF) ins Leben gerufen. Israel muss sich bis zur Grenze von vor 1967 zurückziehen. Es werden zwei Grenzen und eine dazwischenliegende Pufferzone festgelegt. Die bis zu 1.000 UNO-Blauhelme überwachen dort den Waffenstillstand entlang der 75 Kilometer langen Grenzlinie.

1981/82: Israel annektiert formell einen Teil der Golan-Höhen und verwaltet das Gebiet als „Unterbezirk Golan“. Völkerrechtlich bleibt das Gebiet jedoch ein Teil Syriens. Der Status der Anhöhe ist ein Hindernis für die Friedensverhandlungen zwischen den beiden Staaten. Die am Golan verbliebenen Drusen protestieren massiv gegen Israel und fordern eine Rückgabe des Gebiets an Syrien. Andere arabische Bewohner wurden zuvor vertrieben.

2000: Verhandlungen über die Golan-Höhen mit Syrien unter dem israelischen Premier Ehud Barak scheitern.

2003: Syriens Präsident Bashar al-Assad schlägt erfolglos die Wiederaufnahme der Friedensgespräche vor.

2004: Die israelische Regierung unter Ariel Sharon kündigt an, in neuen Gemeinden weitere 900 Familien auf dem Golan ansiedeln zu wollen in der Absicht, die Bevölkerung dort innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln.

2008: Die syrische und die israelische Regierung geben offiziell bekannt, Friedensgespräche aufzunehmen, in denen die Rückgabe der Golanhöhen im Zentrum der Verhandlungen stehen wird.

seit 2011: Mit dem Ausbruch des Bürgerkrieges erreichen die Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und den Truppen Assads immer wieder auch die Golan-Höhen. Ende November 2011 wird ein österreichischer Konvoi von 88 Soldaten auf dem Weg zum Flughafen in Damaskus beschossen worden, vier Soldaten werden dabei verletzt.

2012: Im März und Mai werden Soldaten des zweitgrößten UNDOF-Truppenstellers, der Philippinen, von syrischen Aufständischen entführt. Die Regierung in Manila erwägt daraufhin öffentlich den Rückzug von der Mission. Zuvor beendeten Japan und Kanada ihre UNDOF-Beteiligung aus Angst um ihre Soldaten. Im November dringen drei syrische Panzer in die demilitarisierte Zone ein, Israel legt daraufhin Beschwerde bei UNDOF ein.

6. Juni 2013: Österreich beschließt den Abzug seiner rund 380 Soldaten von der Mission, nachdem es bei einem Grenzkontrollposten nahe der Stadt Quneitra zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Assad-Anhängern und Gegnern kommt. Die Republik war bis dahin der größte Truppensteller und als einziges Land seit 1974 dabei.

27. Juni 2013: Der Sicherheitsrat verlängert die UNDOF-Mission und stärkt ihr Mandat, nachdem zuvor Experten deren Zusammenbruch aufgrund des Rückzugs der Österreicher befürchteten.

18. Juli 2013: Als einziges europäisches Land erklärt sich Irland dazu bereit, 114 Friedenstruppen auf den Golan zu entsenden.

30. Juli 2013: Die letzten österreichischen Blauhelme kehren von den Golan-Höhen zurück.

12. März 2014: Tschechien kündigt an, 2015 etwa 150 Soldaten auf die Golanhöhen zu entsenden.