Thailand-Putsch - Gegner der Militärregierung festgenommen

Bangkok (APA/AFP) - Die Militärführung in Thailand geht weiter mit harter Hand gegen ihre Kritiker vor. Die Armee habe den Protestanführer S...

Bangkok (APA/AFP) - Die Militärführung in Thailand geht weiter mit harter Hand gegen ihre Kritiker vor. Die Armee habe den Protestanführer Sombat Boonngamanong festgenommen, teilten die Streitkräfte am Freitag mit. Dem prominenten Demokratieaktivisten wird vorgeworfen, sich einer Einbestellung durch die Armee widersetzt zu haben. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Sombat war einer von mehrere hundert Thailändern, unter ihnen Politiker, Aktivisten, Akademiker und Journalisten, die nach dem Militärputsch am 22. Mai von der Armee vorgeladen wurden. Die Betroffenen, zu denen auch die von der Justiz abgesetzte Regierungschefin Yingluck Shinawatra zählte, wurden bis zu einer Woche an unbekannten Orten festgehalten. Zudem wurde ihnen verboten, sich weiter politisch zu betätigen.

Sombat, der zu den Unterstützern Yinglucks zählt, stellte sich jedoch nicht dem Militär und schrieb stattdessen auf Facebook: „Fangt mich, wenn ihr könnt“. Er rief auch zu friedlichen Proteste gegen die Militärführung auf.

Ein Armeevertreter sagte, Sombat könne bis zu einer Woche festgehalten werden. Er werde nun zunächst vom Militär und dann von der Polizei verhört. Danach soll er vor ein Militärgericht gestellt werden. Unterdessen sollte der Prozess gegen den früheren Bildungsminister Chaturon Chaisang am Freitag fortgesetzt werden. Der Politiker war Ende Mai während einer Pressekonferenz festgenommen worden, weil er den Militärputsch kritisiert hatte.

Das Militär hatte die Macht in Thailand nach monatelangen politischen Unruhen mit fast 30 Toten übernommen. Nach ihrem Putsch setzte die Armeeführung die Verfassung außer Kraft und erließ eine nächtliche Ausgangssperre. Wahlen sollen nach ihren Angaben frühestens in 15 Monaten abgehalten werden.