Fußball-WM: Großraum Sao Paulo als Team-Camp am beliebtesten
Wien (APA/dpa) - Das deutsche Fußball-Nationalteam widersetzt sich bei der Fußball-WM einem Trend. Während der Großteil der Teilnehmer im Sü...
Wien (APA/dpa) - Das deutsche Fußball-Nationalteam widersetzt sich bei der Fußball-WM einem Trend. Während der Großteil der Teilnehmer im Süden von Brasilien Quartier bezieht, residiert der DFB-Tross im Norden des Landes im idyllischen Fischerdorf Santo Andre, wo gelegentlich Leonardo DiCaprio oder Tom Cruise entspannen.
Mit der Ruhe ist es dort allerdings schon lange vorbei - rund 200 Arbeiter schuften im Schichtdienst, damit das „Campo Bahia“ rechtzeitig zur Ankunft der deutschen Gäste am 8. Juni fertig ist. Die Deutschen lassen ihr WM-Quartier als einziger aller 32 Endrunden-Teilnehmer neu errichten.
Im Gegensatz dazu logieren allein 15 Teams im Einzugsgebiet der Millionen-Metropole Sao Paulo, vier in der Nähe von Rio de Janeiro. Die Mannschaft des Gastgeberlandes wohnt eine gute Autostunde vom Zuckerhut entfernt - inmitten einer grünen Berglandschaft in Teresopolis. Hier ist von der Hektik der Karnevalsmetropole Rio nichts zu spüren. Der brasilianische Fußballverband soll gut fünf Millionen Euro investiert haben, um das Verbandsgelände des CBF zu einer topmodernen Anlage auszubauen. „Wir haben vom CBF alles bekommen, was wir brauchen“, sagte Teamchef Luiz Felipe Scolari.
Vor und nach jeder Partie wird sich der fünffache Weltmeister auf das 8.500 Quadratmeter große Areal zurückziehen. Den Spielern steht hier sogar ein eigener Friseursalon und ein Hallenbad zur Verfügung. Jeder Spieler erhält sein eigenes, supermodern ausgestattetes Zimmer. Das Gelände wird während der WM hermetisch abgeriegelt, damit die Selecao die Mission Titelgewinn in Ruhe angehen kann.
Von all zu viel Abgeschiedenheit scheinen die Engländer nichts zu halten. Die „Three Lions“ trainieren direkt unterm Zuckerhut in Rio. Angeblich handelt es sich beim Team-Quartier im „Royal Tulip Beachhotel“ um ein vermeintliches Gangster-Hotel, in dem es schon zu Schießereien und Geiselnahmen gekommen sein soll.
Das Team der USA mit Assistenztrainer Andreas Herzog bezieht sein Lager in Sao Paulo. Die Mannschaft von Jürgen Klinsmann muss beim Hin- und Herfliegen zwischen der Basis und den Gruppenspielen in Natal, Manaus und Recife über 14.000 Kilometer zurücklegen. Den US-Boys macht das lange Reisen aber nichts aus. „Wir sind lange Flüge gewohnt. Von der Ost- bis zur Westküste in den USA sind wir sechs, sieben Stunden unterwegs“, verdeutlichte der frühere DFB-Teamchef.
Die meisten Mannschaften achteten bei ihrer Quartierwahl auf kurze Wege zwischen Wohnraum und Trainingsplatz. Die Italiener logieren im Portobello Luxus-Resort in Mangaratiba bei Rio de Janeiro. Auch Kroatien hat in Praia do Forte seinen Fußballplatz direkt am Atlantikstrand.