Vier Tote bei Anschlag auf Wahlfavorit Abdullah in Kabul
Bei einem Bombenangriff auf den Wagen des afghanischen Präsidentschaftsfavoriten wurden am Freitag mindestens vier Menschen getötet.
Kabul – Bei einem Anschlag auf den als Favorit bei der afghanischen Präsidentschaftswahl geltenden früheren Außenminister Abdullah Abdullah sind mindestens vier Menschen getötet worden. Der Politiker selbst blieb unversehrt. Nach Polizeiangaben wurden jedoch 16 Menschen verletzt. Es ist das erste Mal in diesem Wahlkampf, dass Extremisten einen gezielten Anschlag auf einen Kandidaten verübt haben.
Beim Verlassen einer Wahlkundgebung seien vor einem Hotel im Westen Kabuls zwei Bomben explodiert, berichtete Abdullah am Freitag kurz darauf bei einer anderen Veranstaltung. Seine Leibwächter seien verletzt und eines seiner Fahrzeuge zerstört worden. Die Polizei sprach von einem Selbstmordattentäter, der sich neben Abdullahs Konvoi in die Luft gesprengt habe.
Bei der Präsidentschaftswahl Anfang April hatte kein Kandidat die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Am 14. Juni findet daher eine Stichwahl zwischen Abdullah und dem früheren Weltbank-Mitarbeiter und Finanzminister Ashraf Ghani statt. Bei der ersten Runde hatte der ehemalige Außenminister nach offiziellen Angaben 45 Prozent der Stimmen erlangt, Ghani kam auf 31,6 Prozent. Für die Stichwahl haben die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft. (APA/Reuters/AFP)