US-Börsenaufsicht will Hochgeschwindigkeitshandel bremsen
Washington (APA/AFP) - Die US-Börsenaufsicht will den Hochfrequenzhandel an der Wall Street bremsen, in dem Kritiker einen Grund für Turbule...
Washington (APA/AFP) - Die US-Börsenaufsicht will den Hochfrequenzhandel an der Wall Street bremsen, in dem Kritiker einen Grund für Turbulenzen auf den Aktienmärkten sehen. SEC-Chefin Mary Jo White kündigte am Donnerstag auf einer Konferenz in New York an, neue Regeln für den Hochgeschwindigkeitshandel aufzustellen. Händler sollen sich bei der SEC registrieren müssen und ihre Geschäfte sollen stärker überwacht werden.
Beim sogenannten Hochfrequenzhandel werden Finanzprodukte per Computer in Millisekunden elektronisch automatisiert angekauft und wieder abgestoßen. Dies geschieht mittels Algorithmen binnen Sekundenbruchteilen und heizt die Spekulation an den Börsen an. „Die Technologie kann und hat in großem Maße dazu beigetragen, die Leistungsfähigkeit unserer Märkte zu steigern, aber sie kann auch sehr leicht schwere Probleme auslösen“, sagte White.
Die SEC-Chefin kündigte zugleich an, für mehr Transparenz im Handel in sogenannten Dark Pools sorgen zu wollen. Bei diesem quasi geheimen Handelssystem können Käufer und Verkäufer große Wertpapier-Pakete handeln, ohne ihre Identität offenzulegen. Das Volumen des Handels in Dark Pools dürfe nicht die Preisfestsetzung auf den offenen Märkten „ernsthaft destabilisieren“.
Die SEC war in der Vergangenheit immer wieder wegen ihrer Zurückhaltung kritisiert worden, etwa während der Finanzkrise und bei technischen Pannen auf dem Börsenparkett wie zum Beispiel beim Börsengang von Facebook im Mai 2012.