Ukraine-Krise

Putin und Poroschenko beraten über Waffenstillstand

Merkel, Putin (r.) und Poroschenko bei einem Treffen im Juni 2014.
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Russlands Präsident Wladimir Putin und der designierte ukrainische Präsident Poroschenko wollen über die Modalitäten eines Waffenstillstandes verhandeln.

Normandie/Berlin/Kiew – Russlands Präsident Wladimir Putin und sein neu gewählter ukrainischer Kollege Petro Poroschenko haben in der französischen Normandie erstmals ein Gespräch geführt. Es sei vereinbart worden, in den kommenden Tagen über „die Modalitäten eines Waffenstillstandes“ zu beraten, wie am Freitag aus dem Umfeld des französischen Präsidenten Francois Hollande verlautete.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein designierter ukrainischer Kollege Petro Poroschenko hätte n sich außerdem zu einem Ende des Blutvergießens und der Militäreinsätze im Osten der Ukraine aufgerufen. Dies meldete die Nachrichtenagentur RIA Novosti am Freitag unter Berufung auf das russische Präsidialamt.

Putin und Poroschenko hätten sich bei dem 15-minütigen Gespräch die Hand gegeben und sich „vollkommen normal unterhalten“. Den Angaben zufolge waren auch Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem - aus Berlin ebenfalls bestätigten - Treffen dabei, „das seit mehreren Tagen geplant und vorbereitet wurde“. Das Gespräch stelle „einen fragilen Fortschritt“ dar und habe sich auch um wirtschaftliche Aspekte sowie allgemein „mögliche Maßnahmen der Deeskalation“ zwischen Russland und der Ukraine gedreht.

Poroschenko wird am Samstag in Kiew in sein Amt eingeführt, auch Bundespräsident Heinz Fischer reist nach Kiew. Die G-7-Staaten hatten Putin am Donnerstag aufgefordert, die Wahl des ukrainischen Präsidenten anzuerkennen.

Tote bei Angriff von Separatisten

Bei einem Angriff auf einen Kontrollposten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk haben prorussische Separatisten am Freitag mehrere Soldaten getötet. Die Rebellen hätten den Checkpoint vom Gelände einer nahegelegenen Kirche aus mit Mörsergranaten unter Beschuss genommen, teilte die ukrainische Armee auf ihrer Internetseite mit. Mehrere Soldaten seien verletzt worden. Die genaue Anzahl der Opfer blieb zunächst unklar.

Am späten Donnerstagabend hatten Separatisten im Osten der Ukraine bereits einen Grenzposten unter Beschuss genommen. Soldaten hätten mit Unterstützung der Luftwaffe den Angriff in Mariniwka knapp 100 Kilometer östlich der Regionalhauptstadt Donezk abgewehrt, teilte der Grenzschutz mit. Fünf ukrainische Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt. Ersten Informationen des Grenzschutzes zufolge seien 15 Separatisten getötet worden.

Nach dem Wahlsieg von Petro Poroschenko bei der Präsidentenwahl vor knapp zwei Wochen hat die Armee ihr Vorgehen gegen Separatisten im Osten des Landes verschärft. Dabei wurden Hunderte Menschen getötet. Die Separatisten haben mehrere Regionen im Osten für unabhängig erklärt. Poroschenko hat angekündigt, nach seiner Vereidigung am Samstag bald einen Plan zur Befriedung des Landes vorzulegen. (APA/Reuters)

Ein Checkpoint nahe der Stadt Amvrosievka in der Region Donezk.
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