Gesellschaft

„Stadtperspektiven“: Die Stadt und ihre Gesichter

Was ist „typisch Innsbruck“? Darüber diskutierten die Gäste bei den „Stadtperspektiven“.

Von Dominic Dapré

Innsbruck –Jede Stadt hat ihre eigene Persönlichkeit. München hat das Oktoberfest, Salzburg seine Mozartkugeln und Mailand verbindet man untrennbar mit Mode. Was ist aber „typisch Innsbruck“? Dieser Frage gingen am Donnerstagabend unter regem Besucherandrang Experten nach, die es wissen müssen. Geladen wurden sie von VP-Gemeinderat Lorenz Jahn, der die Treffen als Vorsitzender des Vereins „Junge Stadt“ regelmäßig und mit wechselndem Themenschwerpunkt unter dem Motto „Stadtperspektiven“ einberuft.

Und der Name ist Programm: „Wir wollen die Leut­e vom Stammtisch wegholen, mit ihnen über konkrete Inhalte reden. Wir schauen uns Brennpunkte wie die Bettler-Debatte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln an“, erklärt Jahn. Diesmal stehe Innsbruck selbst im Mittelpunkt. „Wir sind so viel – Sportstadt, Studentenstadt, Alpinstadt. Was macht Innsbruck aber im Kern aus?“, fragt sich der Jung-Gemeinde­rat.

Den Versuch einer Antwort wagt zunächst Stadtmarketing-Chef Bernhard Vettorazz­i: „Was Innsbruck für den Einzelnen bedeutet, ist abhängig davon, was er sich erwartet.“ Man richte sich bewusst als eine Stadt aus, die alpine und urbane Räume verbindet und einen aktiv-vitalen Lebensstil pflegt. „So unterscheiden wir uns auch von Salzburg oder München“, meinte Vettorazz­i. Kritischer sieht das Landtagspräsident und Altbürgermeister Herwig van Staa: „Innsbruck hat vor allem viel Selbstbewusstsein. Das kommt noch aus den alten Olympiazeiten – die sind aber vorbei.“

Der prinzipielle Tenor lautete, dass Innsbruck sich zur kleinen Weltstadt wandle. „Man spricht sich seltener mit ‚Du‘ an, die Architektur wird immer moderner und urbaner“, zählt Politikwissenschafter Andreas Maislinger einige Trends auf. Die Schattenseiten dieser Entwicklung könne man nicht einfach ausblenden.

„An der akutellen Bettler-Debatte sieht man, dass Innsbruck noch lernen muss, mit Urbanität umzugehen“, ergänzt Touristiker Charlie Ischia. Und fällt sein Urteil: „Innsbruck ist jung, intelligent und weltoffen. So präsentieren wir uns als Mark­e und so fühlen wir uns als Stadt.“

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