Gesellschaft

Ehrendoktorat für Carl Djerassi

Innsbruck – Carl Djerassi, österreichisch-amerikanischer Chemiker, nahm gestern das Ehrendoktorat der Uni Innsbruck entgegen. Dem heute 91-j...

Innsbruck –Carl Djerassi, österreichisch-amerikanischer Chemiker, nahm gestern das Ehrendoktorat der Uni Innsbruck entgegen. Dem heute 91-jährigen Wissenschafter und seinem Team gelang in den 50er-Jahren die erstmalige Synthese eines oralen Verhütungsmittels. Damit war der Weg für die Entwicklung der Antibabypille frei.

Rektor Tilmann Märk sagte bei der Verleihung: „Die Wurzeln für die Entwicklung der Pille reichen bis nach Innsbruck zurück. Deshalb freut es uns ungemein, dass wir Carl Djerassi für seine he­rausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit einem Ehrendoktorat würdigen dürfen.“ Vizerektor Roland Psenner betonte: „Wenn man nicht nur das Überleben der Menschheit, sondern auch Lebensqualität und Selbstbestimmung der Frauen als höchsten Wert ansieht, ist die Leistung Carl Djerassis kaum zu überschätzen.“ In seinen Dankesworten meinte Djerassi, es sei nicht das erste Ehrendoktorat und nicht das letzte, aber ein besonderes.

Djerassi, der 1938 als Sohn jüdischer Eltern von Wien in die USA emigriert ist, verbindet mit Innsbruck eine jahrzehntelange Beziehung. Er schätzte die Arbeiten des Innsbrucker Physiologen Ludwig Haberlandt, den er als „Großvater“ der Pille bezeichnet. Haberlandt hat bereits 1919 experimentell an der Entwicklung einer hormonellen Verhütungsmethode gearbeitet. In den 90er Jahren, als Djerassi seine zweite Karriere als Schriftsteller einschlug, wurde bald der Innsbrucker Haymon Verlag sein deutschsprachiger Verleger. (TT, sst)

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