Causa Aliyev - Zwei weitere Kasachen verhaftet
Wien/Astana (APA) - Die Staatsanwaltschaft Wien hat am Freitag neben der Verhaftung des kasachischen Ex-Botschafters in Österreich, Rakhat A...
Wien/Astana (APA) - Die Staatsanwaltschaft Wien hat am Freitag neben der Verhaftung des kasachischen Ex-Botschafters in Österreich, Rakhat Aliyev (Shoraz), in Wien aufgrund eines Europäischen Haftbefehls, auch die Verhaftung zwei weiterer Kasachen bestätigt. Darunter soll auch der ehemalige kasachische Geheimdienstchef Alnur Mussayev sein, berichtete das Ö1-Mittagsjournal.
Am 26. März 2008 waren Aliyev und der kasachische Ex-Geheimdienstschef Mussayev wegen Planung eines Staatsstreichs in Abwesenheit von Kasachstan zu 20 Jahren Straflager verurteilt worden. Von Juli bis September 2008 gab es drei gescheiterte Entführungsversuche gegen Mussayev und den Aliyev-Vertrauten Vadim Koshlyak in Wien. Laut dem österreichischen Verfassungsschutz wurden die Versuche vom kasachischen Geheimdienst „finanziert, koordiniert und in Auftrag gegeben“.
Am Donnerstagvormittag hätten die Anwälte Aliyevs vom Haftbefehl der Wiener Staatsanwaltschaft erfahren, sagte laut Ö1 Anwalt Otto Dietrich, der Aliyev bei den Geldwäschevorwürfen vertritt. Aliyev habe ständig mit den österreichischen Behörden kooperiert und sei bei Vorliegen des Haftbefehls sofort bereit gewesen, sich zu stellen. „Er ist in weniger als 12 Stunden in Österreich gewesen.“ Aliyev sei noch in der Nacht aus Griechenland nach Österreich geflogen, auch weil befürchtet wurde, dass er von den griechischen Behörden festgenommen und an Kasachstan ausgeliefert wird, sagte Dietrich laut dem Ö1-Bericht.
Die Staatsanwaltschaft Wien konnte den Herkunftsort Aliyevs gegenüber der APA zunächst nicht bestätigen. Die Verdachtslage gegen Aliyev hatte sich laut Staatsanwaltschaft Wien zuletzt verdichtet.
Ein offenbar geheim aufgezeichneter Mitschnitt eines Skype-Gesprächs zwischen Ex-Geheimdienstchef Mussayev und einer zweiten Person soll Aliyev bezüglich des Mordverdachtes massiv belasten, meldete das Ö1-Mittagsjournal weiter. Gerald Ganzger von der Kanzlei Lansky, die die Witwen der ermordeten Bankmanager vertritt, habe Akteneinsicht nehmen können und kenne den Inhalt der Aufzeichnungen. Darin soll Mussayev seinem Gesprächspartner mitteilen, dass er den Aufenthaltsort der Leichen der Bankmanager kenne und auch über ein schriftliches Geständnis von Aliyev verfüge.
Gegen Geld und freies Geleit wolle er Kasachstan den Fundort bekannt geben, schildere demnach Ganzger. Ein Stimmgutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft soll die Echtheit der Gespräche bestätigen, so Ganzger. Aliyevs Anwalt Dietrich weist diese Vorwürfe laut Ö1 zurück: „Die kasachische Seite hatte sieben Jahre Zeit, um Beweismittel hervorzubringen. Wir gehen davon aus, dass auch dieses Gespräch nicht echt ist und müssen damit rechnen, dass es sich um ein gefälschtes Beweismittel handelt.“
(Alternative Schreibweise: Alijew)