Droht Immobilienblase in Großbritannien? IWF warnt
Stark verschuldete Immobilienkäufer in Großbritannien bereiten dem Internationalen Währungsfonds Sorgen. In jüngster Zeit gab es den größten Sprung bei Häuserpreisen seit 2002.
London - Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einer Immobilienblase in Großbritannien. Bislang gebe es zwar nur wenige Anzeichen für eine kreditgetriebene Blase, doch könne sich das sehr rasch ändern, hieß es in dem am Freitag veröffentlichen Jahresbericht. Viele Immobilienkäufer würden sich zu stark verschulden. Die Kreditgeber müssten vorsichtiger werden.
Die rasant steigenden Häuserpreise können nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Erholung der britischen Wirtschaft gefährden. Es gebe einige typische Zeichen für eine Kreditblase, warnte der IWF am Freitag in London. Die englische Notenbank solle beizeiten regulierend eingreifen, um das Finanzsystem stabilzuhalten, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde.
Die Häuserpreise in Großbritannien sind 2013 um mehr als elf Prozent gestiegen. Im vergangenen Monat gab es sogar den größten Preissprung seit 2002. Allerdings konzentrieren sich die Steigerungen vor allem auf den Großraum London.
Hilfsprogramme wie „Help to Buy“, die auch Haushalten mit niedrigerem Einkommen ein Darlehen für den Hauskauf ermöglichen, müssen aus IWF-Sicht möglicherweise abgeändert oder vorzeitig beendet werden. Ökonomen warnen schon lange vor der Überhitzung des britischen Immobilienmarkts vor allem in London. In ihrem Programm für die letzten Monate vor der Parlamentswahl im Mai 2015 hatte die Regierung am Mittwoch angekündigt, „Help to Buy“ weiter zu fördern. (Reuters, dpa, APA)