IWF rät China von Konjunkturpaketen ab
Peking (APA/Reuters) - China sollte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds auf die erwartete leichte Abschwächung des Wirtschaf...
Peking (APA/Reuters) - China sollte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds auf die erwartete leichte Abschwächung des Wirtschaftswachstums nicht mit Maßnahmen zur Ankurbelung reagieren. „Wir raten jetzt nicht zu Konjunkturpaketen“, sagte der stellvertretende IWF-Chef David Lipton am Donnerstag in Peking. Wichtiger sei, dass die chinesische Regierung gegen Risiken im Finanzsystem vorgehe.
So müsse mehr gegen die Verschuldung getan werden. Ferner sollten Reformen fortgesetzt werden, um Ungleichgewichte zu korrigieren. Zudem bezeichnete der Fonds die Landeswährung Yuan als „moderat unterbewertet“ und plädierte dafür, China solle den nächsten Schritt gehen, um die Marktzinsen freizugegeben.
Der IWF bekräftigte seine Wachstumsprognose für China von 7,3 Prozent für 2015. Gleichwohl rate der IWF China, dass das Land selbst angesichts der angekündigten Finanzreformen im kommenden Jahr lediglich 7,0 Prozent anstrebe. Für das laufende Jahr dürfte das Ziel der Regierung von plus 7,5 Prozent erreicht werden. 2013 war Chinas Wirtschaft um 7,7 Prozent gewachsen.
Ministerpräsident Li Keqiang hat zuletzt betont, das Bruttoinlandsprodukt müsse um rund 7,2 Prozent steigen, damit genügend Jobs geschaffen werden könnten, ohne dass die Geldpolitik weiter gelockert werden müsse. Die Wirtschaftskraft hatte zuletzt im ersten Quartal mit 7,4 Prozent auf Jahressicht so langsam zugelegt wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr.
Dies zeigt sich auch bei den chinesischen Dienstleistern, deren Geschäfte derzeit nur langsam zulegen. Der Einkaufsmanagerindex fiel im Mai um 0,7 auf 50,7 Punkte, teilten die Großbank HSBC und das Markit-Institut zu ihrer monatlichen Unternehmensumfrage mit. Das ist der schlechteste Wert seit vier Monaten. Das Barometer liegt damit nur noch knapp über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.
Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht. Denn das Barometer für die Geschäftsaussichten fiel auf den zweitschlechtesten Wert seit Beginn der Umfrage 2005. „Die Wachstumsdynamik bleibt gering, die Stimmung in der Privatwirtschaft gedämpft“, sagte HSBC-Ökonom Qu Hongbin.
~ WEB http://www.imf.org ~ APA241 2014-06-07/19:13