Nach vier Jahren: Somalische Piraten lassen elf Seeleute frei
Elf Seeleute, die seit fast vier Jahren von somalischen Piraten festgehalten und misshandelt wurden, sind nach Berichten vom Samstag in Freiheit.
Mogadischu - Somalische Piraten haben elf Seeleute freigelassen, die sie seit 2010 in ihrer Gewalt hatten. Die Männer seien wohlbehalten nach Kenia ausgeflogen worden und würden in den kommenden Tagen in ihre Heimatländer zurückkehren, teilte der Innenminister der Region Galmudug am Samstag mit. Es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Die elf Besatzungsmitglieder des Containerschiffs „MV Albedo“ konnten demnach am Freitag mithilfe einiger ihrer Peiniger entkommen. Das unter malayischer Flagge fahrende Frachtschiff war 2010 rund 1500 Kilometer vor der somalischen Küste gekapert worden. Das Schiff sank im Sommer 2013 in einem schweren Sturm.
Aus welchen Ländern genau die jetzt freigelassenen Männer stammen, wurde nicht mitgeteilt. Es war lediglich bekannt, das bei der Entführung vor rund dreieinhalb Jahren 23 Seeleute aus Pakistan, Sri Lanka, Bangladesch und dem Iran an Bord waren. Sieben von ihnen waren bereits 2012 freigekommen und vier ertranken, als die „MV Albedo“ 2013 sank. Über den 23. Mann ist nichts bekannt. In Medienberichten war spekuliert worden, er sei bereits kurz nach der Entführung des Schiffes getötet worden.
Auch die Vereinten Nationen bestätigten die Freilassung. Nach ihren Angaben befinden sich aus früheren Entführungen jetzt noch 38 Seeleute anderer Schiffe in der Hand somalischer Piraten, zum Teil ebenfalls seit Jahren. Bis 2012 hatten schwer bewaffnete Banden mit Schnellbooten viele große Handelsschiffe und Öltanker entführt und vor der Küste Somalias festgehalten, um Lösegeld zu erpressen.
Für die Handelsschifffahrt wurde dies zum ernsten Problem. Inzwischen fahren dort aber Marine-Schiffe Streife und es gibt von der Wirtschaft angeheuerte private Sicherheitsleute, die ebenfalls schwer bewaffnet die Wasserwege sichern sollen. Seitdem greifen Piraten seltener an. (Reuters, APA, dpa)