Ukraine-Krise - Moskau beliefert Kiew nur noch gegen Vorauszahlung

Moskau (APA/dpa/AFP/Reuters) - Russland liefert nach den bisher erfolglosen Verhandlungen mit der Ukraine Gas nur noch gegen Vorauszahlung i...

Moskau (APA/dpa/AFP/Reuters) - Russland liefert nach den bisher erfolglosen Verhandlungen mit der Ukraine Gas nur noch gegen Vorauszahlung in das wichtigste Transitland für den Energiefluss in die EU. Das teilte der Gasriese Gazprom am Montag in Moskau mit. Gemäß des Vertrages erhalte die Ukraine jetzt nur noch so viel Gas, wie sie im Voraus bezahle.

Grund für den Schritt sei die „chronische Nichtzahlung“ von Gasrechnungen, teilte das Unternehmen mit. Am Montag um 8.00 Uhr MESZ war eine neue Frist Moskaus ausgelaufen, ohne dass die Ukraine ihre Milliardenschulden beglichen hatte. Die Schulden beliefen sich inzwischen auf 4,458 Milliarden US-Dollar (3,290 Milliarden Euro), teilte der russische Staatskonzern mit.

Die neue Regelung gelte ab sofort, hieß es. Gazprom betonte jedoch, weiter die vertraglich vereinbarten Mengen für europäische Abnehmer liefern zu wollen. Die Ukraine sei verpflichtet, das Gas weiterzuleiten. Österreich bezieht einen Großteil seines Gases über die Ukraine.

In der Nacht waren erneut mehrstündige Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger ohne Ergebnis beendet worden. Die Konfliktseiten konnten sich nicht auf einen Preis für Gaslieferungen einigen. Oettinger lud für 10.00 Uhr zu einer Pressekonferenz ins Haus der Europäischen Union nach Wien, wo er auch über die Folgen für die europäische Gasversorgung sprechen wollte.

Gazprom-Chef Alexej Miller kündigte eine Pressekonferenz für den Nachmittag (12.30 Uhr MESZ Uhr) an. In Moskau begann am Morgen auch die World Petroleum Conference, eine Tagung von Öl- und Gasexperten aus aller Welt. Um 12.00 Uhr MESZ wurde auch ein Auftritt von Kremlchef Wladimir Putin auf der Konferenz erwartet.