40 Jahre Elisabethinum Axams

Brückenbauer für besondere Kinder feiert Geburtstag

Seit 40 Jahren finden Kinder und Jugendliche mit Behinderung Begleitung, Unterstützung und eine Heimat im Elisabethinum in Axams.

Von Denise Daum

Axams –Strahlende Gesichter bei der Generalprobe im Elisabethinum Axams. Beim Tanzsommer-Fest haben auch heuer wieder Kinder mit und ohne Behinderung ihren großen Auftritt. Ihr Rollstuhl-Tanz wird das morgige Fest mit den Stars of Tomorrow, der Nachwuchskompanie des Innsbrucker Tanzsommers, eröffnen. Dabei steht die Aufführung in diesem Jahr unter einem besonderen Stern: Die Einrichtung feiert ihren 40. Geburtstag. Anlass genug, um ein zweitägiges Fest zu zelebrieren (siehe Infobox).

Im Jahre 1956 hat das slw (Soziale Dienste der Kapuziner) – damals noch unter dem Namen Seraphisches Liebeswerk der Kapuziner – das Elisabethinum im Innsbrucker Saggen gegründet. „1956 war es so, dass viele Kinder mit Körperbehinderung nicht in die Schule gehen konnten. Auch die familiäre Versorgung gestaltete sich schwer, schließlich gab es die Hilfsmittel noch nicht in der Form, wie wir sie heute kennen“, berichtet Klaus Springer, seit 2009 Leiter der Einrichtung in Axams. Da das Haus für eine fachgerechte Betreuung bald zu klein war, entschied man sich vor 40 Jahren für einen Neubau in Axams. Derzeit besuchen 115 Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen das Elisabethinum, knapp die Hälfte nimmt die Tagesbetreuung in Anspruch. 24 Kinder sind im Internat untergebracht, während 13 ganzjährig in der Einrichtung leben.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben sich selbstredend die Konzepte im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung verändert. „Zunächst stand die Fürsorge und Versorgung im Vordergrund, dann die Förderung der Kinder. Mittlerweile forcieren wir die Inklusion, sprich die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen. Besonderen Wert legen wir darauf, das Kind ganzheitlich wahrzunehmen. Wir wollen die Kinder fördern, ohne sie zu überfordern. Denn Überfürsorge macht unselbstständig“, betont Springer.

In den 90er-Jahren baute das Elisabethinum mit dem Integrationskindergarten eine Brücke zwischen Kindern mit und ohne Behinderung. Vergangenen Herbst startete das Elisabethinum dank eines genehmigten Schulversuchs mit einer Inklusionsklasse. „Damit bewegen wir uns langsam in Richtung auf das Ziel einer Schule für alle zu“, freut sich Springer.