Gesellschaft

Flüchtlinge mit Farbe und Pinsel gekonnt integrieren

Jugendliche Asylanten trafen sich mit NMS-Schülern zum Malen. Ein Tag ohne Vorurteile und dafür mit viel Energie und bunten Farben.

Von Eva-Maria Fankhauser

Vomp –Das Leben als Flüchtling ist kein leichtes. Umso schöner ist es dann, herzlich in einem neuen Zuhause aufgenommen zu werden. Das Stift Fiecht ist für einige jugendliche Asylanten aus Georgien, Afghanistan, Nigeria, Irak, Pakistan sowie dem Sudan mittlerweile zu einem solchen Zuhause geworden.

Als Leiter des Flüchtlingsheimes hatte Sabi Abdullah kürzlich eine ganz besondere Idee. Er ist stets darum bemüht, die Jugendlichen gut in ihr Umfeld zu integrieren und das auf vielfältige Art.

Gemeinsam mit „yo!vida“, einer Einrichtung des Roten Kreuzes zur Betreuung jungendlicher Flüchtlinge, verwirklichte Abdullah sein Projekt, mit Hilfe von Farben die Jugendlichen zu integrieren. „Ich bin selbst mit Farbe aufgewachsen und male leidenschaftlich gerne. Ich glaube, dass man mit Farbe viele zwischenmenschliche Hindernisse überwinden kann“, erklärt Abdullah.

Die 4m-Klasse der Neuen Mittelschule Vomp/Stans erklärte sich sofort bereit, das Projekt Farbe mit den Flüchtlingen aus dem Stift Fiecht umzusetzen. Gemeinsam trafen sich die Jugendlichen in der NMS und schwangen die Pinsel. Mit viel Freude und Aufgeschlossenheit näherten sich die Jugendlichen gegenseitig an. Zwar malte jeder an seinem eigenen Bild, dennoch wurde so manches Farbenwerk in Zusammenarbeit geschaffen. „Die Klasse hat sich bereits vorher intensiv und fächerübergreifend mit dem Thema der Flüchtlingsproblematik auseinandergesetzt. Deshalb waren wir alle sofort dabei, als es hieß, mit den Flüchtlingen gemeinsam zu malen“, sagt Edith Haslwanter, Klassenvorstand der 4m.

Das Material für das kunterbunte Projekt wurde sowohl von der Rotkreuz-Einrichtung „yo!vita“ als auch von der Neuen Mittelschule Vomp/Stans finanziert.

Insgesamt nahmen sieben Schüler und sieben Flüchtlinge am gemeinsamen Malen und näher Kennenlernen teil. Sobald das viele Acryl auf den Leinwänden getrocknet ist, möchte Abdullah die Werke bei einer Ausstellung der Öffentlichkeit zeigen. „Derzeit sind wir noch auf der Suche nach einem passenden Ort und einem Sponsoring“, erzählt der Flüchtlingsheimleiter voller Vorfreude. Auch er selbst hat ein Bild gemalt und falls dieses verkauft werden sollte, so möchte Abdullah mit dem Geld eine syrische Flüchtlingsfamilie unterstützen.