Brasilien plant schon Achtelfinale, Auftakt für Belgien und Russland
Während in Gruppe H Belgien und Russland erstmals ins Turniergeschehen eingreifen, könnte Brasilien bereits einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen.
Gruppe A
Brasilien - Mexiko, 21 Uhr: Brasiliens Fußball-Nationalelf bekommt es beim zweiten WM-Auftritt mit einem unangenehmen Rivalen zu tun. Mexiko startete ebenso wie der Gastgeber mit einem Sieg ins Turnier, am Dienstag (21.00 Uhr MESZ) soll in Fortaleza mit einem Punktgewinn gegen den Favoriten der nächste Schritt ins Achtelfinale getan werden. Für die Elf von Luiz Felipe Scolari zählt indes nur ein voller Erfolg.
Mit den Mexikanern haben die Brasilianer noch ein Hühnchen zu rupfen. Zwar siegte die „Selecao“ gegen die Mittelamerikaner bei den WM-Endrunden 1950, 1954 und 1962 in allen drei Spielen ohne auch nur ein Gegentor erhalten zu haben. Die jüngste Bilanz ist jedoch kein Ruhmesblatt für den Rekordweltmeister. Seit 1999 haben die zwei Teams 15 Mal gegeneinander gespielt: Mexiko gewann achtmal, Brasilien nur viermal, dazu gab es drei Unentschieden.
Die den elften Sieg in Serie anpeilenden Brasilianer bangten vor der Partie um Hulk, den im Training eine Blessur in der Oberschenkelmuskulatur plagte. „Ich hoffe, dass ich für die Partie bereit bin“, sagte der gegen Kroatien wenig überzeugende Angreifer. Bis auf seinen möglichen Ausfall dürfte Teamchef Scolari auf jene Mannschaft vertrauen, die zum WM-Start erfolgreich war.
Mit dabei ist natürlich auch der zweifache Turniertorschütze Neymar. Bereits mit einer Gelben Karte belastet, müsste der Barcelona-Star bei einer weiteren Verwarnung im vielleicht bedeutungslosen Gruppenabschluss gegen Kamerun passen. Deshalb beschäftigt jetzt die halbe Fachwelt im fußballverrücktesten Land der Welt: Wird sich Neymar gegen Mexiko ein Spiel Sperre freiwillig abholen, um das Achtelfinale nicht zu verpassen?
Gruppe H
Belgien - Algerien, 18 Uhr: Belgien gilt als Geheimfavorit der Fußball-WM in Brasilien. Die „Roten Teufel“ starten am Dienstag (18.00 Uhr MESZ) in Belo Horizonte gegen Außenseiter Algerien ins Turnier. Es ist der erste WM-Auftritt der Belgier seit dem Achtelfinal-Aus 2002 gegen den späteren Weltmeister Brasilien. Die Fans des Teams von Erfolgscoach Marc Wilmots erwarten einen überzeugenden Sieg.
Wilmots, der als Spieler von 1990 bis 2002 an vier WM-Endrunden in Serie teilnahm, stieg aber vor der Auftaktpartie auf die Euphoriebremse, auch wenn Belgien für die Buchmacher hinter Brasilien, Argentinien, Deutschland und Titelverteidiger Spanien Titelfavorit Nummer fünf ist. „Man kann Erfahrung nicht kaufen, wir müssen dafür kämpfen. Diese Generation muss bei dieser WM lernen, um für künftige Turniere zu profitieren“, betonte der 45-Jährige. Mit Ausnahme des 36-jährigen Abwehr-Routiniers Daniel van Buyten (WM-Teilnehmer von 2002) war keiner seiner Kader-Spieler bisher bei einer EM- oder WM-Endrunde dabei.
„Ich weiß deshalb nicht, wie meine Spieler mit dieser Situation umgehen werden. Ich weiß aber, dass wir über den entsprechenden Teamgeist verfügen, um bei dieser WM gut abzuschneiden, wenn sich alle für die Mannschaft aufopfern und ihr Bestes geben. Gegen Algerien wird es vor allem auf die Technik ankommen“, meinte Wilmots.
Ihm ist mit der souveränen WM-Qualifikation etwas gelungen, was die Politik bisher nicht geschafft hat: Belgier aus dem Niederländisch sprechenden Flandern, der französischsprachigen Wallonie, aus dem zweisprachigen Brüssel, mit oder ohne Migrationshintergrund und aus allen Schichten drücken seinem Team die Daumen.
Russland - Südkorea, 24 Uhr: Mit einem italienischen Trainer der alten Schule und Spielern ausschließlich aus der heimischen Liga peilt Russland bei der Fußball-WM das Achtelfinale an. Für die „Sbornaja“ könnte der Start in die Gruppe H (Mittwoch, 0.00 Uhr MESZ) gegen Südkorea dafür schon die entscheidende Partie sein. Auf der Tribüne in Cuiaba wird ÖFB-Teamchef Marcel Koller Österreichs EM-Qualifikationsgegner beobachten.
Belgien gilt in der Gruppe H als Favorit, Algerien als krasser Außenseiter, Russland und Südkorea daher der Papierform nach als Kandidaten für Rang zwei. Die Russen scheinen die besseren Karten für den Aufstieg zu haben, den sie seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 noch nie geschafft haben. Sowohl 1994 als auch 2002 war nach der Gruppenphase Endstation.
Der italienische Disziplinfanatiker Fabio Capello soll dafür sorgen, dass es mit den chronisch enttäuschenden WM-Auftritten nun vorbei ist. Capello setzt dabei auf Teamgeist statt Stars, was sich in der Qualifikation mit dem Gruppensieg vor Portugal bewährte.
„Es ist zwölf Jahre her, dass Russland zuletzt bei einer WM dabei war, wir haben viel zu beweisen. Unser Ziel ist es, mehr als nur drei Spiele zu machen, aus der Gruppe aufzusteigen und dann schauen wir weiter“, erklärte Routinier Wassili Beresuzki. Alexander Kerschakow war weniger zurückhaltend. „Wir wollen um den Turniersieg mitspielen“, erklärte der Stürmer.
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