Burgenländerin zu Hause von Einbrecher überfallen - Prozess
Eisenstadt (APA) - Weil er bei einem Einbruch im Jahr 2009 in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) eine Frau in ihren eigenen vier Wänden übe...
Eisenstadt (APA) - Weil er bei einem Einbruch im Jahr 2009 in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) eine Frau in ihren eigenen vier Wänden überfallen und beraubt haben soll, musste sich heute, Montag, ein 45-jähriger Ungar in Eisenstadt vor Gericht verantworten. Angeklagt ist auch Diebstahl, weil er damals unter anderem Schmuck gestohlen haben soll.
Am Tattag, dem 14. Mai 2009, habe der 45-Jährige in das Haus einbrechen wollen. Doch das mittlerweile 55-jährige Opfer, das kurz weg war, sei plötzlich zurückgekommen, so Staatsanwältin Verena Strnad. Der Angeklagte habe sie ins Haus gezerrt, mit der Faust und einem Schuhspanner geschlagen und sie schließlich mit Kabeln gefesselt. Nach kurzer Zeit - inzwischen habe er im Haus weiter nach Diebesgut gesucht - sei er zurückgekommen, um zu schauen, „ob die Fessel fest genug ist“ und habe sogar „nachgeschnürt.“
„Er wollte zuerst einbrechen, hat aber dann seinen Tatplan geändert, so dass ihm hier das Verbrechen des schweren Raubes zur Last zu legen ist“, so die Anklägerin. „Ich bekenne mich schuldig, aber nicht in der Form, wie es in der Anklageschrift steht“, übersetzte die Dolmetscherin die Verantwortung des Ungarn. Den ihm ebenfalls zur Last gelegten Diebstahl eines Fernglases, nach dem er schließlich im Jänner dieses Jahres festgenommen worden war, bestritt der 45-Jährige.
An dem Tag habe er eigentlich in die Gegend von Reichenau in Niederösterreich wandern gehen wollen, schilderte der Angeklagte. Eher zufällig habe er sich eineinhalb Stunden in Bad Sauerbrunn aufgehalten und dabei das Haus beobachtet, wie seine Besitzer es verließen. „Es hat stark geregnet“, er habe abwarten wollen, bis es aufhört, erklärte er seine Anwesenheit am Tatort. Durch die Terrassentür, die er einschlug, habe er das Haus betreten. „Ich war gerade dabei, das Haus zu verlassen, als die Frau die Tür aufgemacht hat“, schilderte er.
Dann sei es zu einer Rangelei gekommen, während der und die Frau zu Boden gefallen seien. Möglicherweise habe sich das Opfer dabei auch die später festgestellte Rissquetschwunde am Hinterkopf geholt, als es gegen einen Kasten gestoßen sei, meinte er. „Ich weiß nicht, womit ich sie geschlagen habe“, sagte der Mann. Aber der Schuhspanner sei es nicht gewesen.
Dass er sie bereits vor dem Haus angegriffen habe, wie das Opfer dies zu Protokoll gegeben hatte und auch vor Gericht bestätigte, stimme nicht, sagte der Angeklagte, der immer wieder beteuerte: „Ich schäme mich für das, was ich getan habe.“ Auch, dass er noch in Ruhe das Haus durchsucht und zum Opfer zurückgekommen sei, um die Fesseln fester anzuziehen, sei unwahr.
Die Überfallene sagte, sie könne sich an den genauen Hergang nicht mehr erinnern und meinte: „Ich will mich damit auch nicht mehr auseinandersetzen.“ Sie habe sich damals wie in einem Ausnahmezustand befunden. Der Angeklagte habe sie ins Haus gezerrt und geschlagen: „Zuerst mit der Faust und dann mit irgendetwas, was halt dort gelegen ist.“ Dann habe es sie mit Kabeln von einem Lautsprecher gefesselt.
„Hatten sie den Eindruck, dass er eigentlich nur weg wollte?“ wollte die Vorsitzende, Richterin Karin Lückl wissen. „Ich habe das Gefühl gehabt, ein jeder von uns wusste nicht, was er tun soll“, meinte die 55-Jährige, die darauf verzichtet hatte, dass der Angeklagte bei ihrer Befragung aus dem Saal geführt wird. Als sie ihre Aussage beendet hatte, gab die Frau dem Ungarn die Hand und sagte zu ihm: „Alles Gute.“
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